Nach dem äußerst bizarren Tod seiner Mutter und seines Vaters muss der unbeholfene Jack sein Elternhaus, aus dem er nie ausgezogen ist, verkaufen. Dieses einschneidende Ereignis führt dazu, dass der Spielzeugdesigner endlich erwachsen werden will. Beim Ausmisten fällt ihm Benny, sein treuer Begleiter aus Kindheitstagen, in die Hände. Doch statt seinen alten Kumpel wertzuschätzen, wirft Jack ihn einfach weg. Allerdings hat er die Rechnung ohne das knuffige Stofftier gemacht, denn das erwacht auf mysteriöse Weise zum Leben – doch nicht, um Jack den lieben langen Tag zu knuddeln, sondern um ihn zu beschützen. Und unter „beschützen“ versteht Benny „vernichten“! Jeder, der Jack in den Knopfaugen des flauschigen Killers Unrecht tut, wird gnadenlos zerhackt, aufgeschlitzt oder ausgeweidet. Dass das nicht lange gutgehen kann, versteht sich von selbst. Und so beschließt Jack, seinen amoklaufende Teddy auf Eis zu legen. Doch das ist leichter gesagt, als getan, denn eines ist klar: Die Hölle kennt keinen schlimmeren Zorn als den eines verschmähten Kuscheltiers (Zitat: Pressetext PERROT LE FOU).
Wer kann sich nicht an jene Schlüsselszene aus „Poltergeist“ erinnern, in der der junge Robbie in einer Gewitternacht von dieser fies grinsenden Clownpuppe heimsucht wird? Aus dieser Grundidee heraus ist wohl die Handlung zu „Benny Loves You“, einer recht eigenwilligen Horrorkomödie im Stile eines überdreht blutgetränkten Peter-Jackson-Spaßes geboren worden. Karl Holt, verantwortlich für Regie, Drehbuch und Schnitt sowie Hauptdarsteller, überwindet schnell mittels schräger Einfälle und einiger überspitzt abgewandelter Standardgenremotive das anfangs eher als grundsätzlich albern empfundene Spiel rund um den skurril designten Teddybären namens Benny. Doch spätenstens wenn Benny wie einst schon Puppe Chucky vor ihm mächtig aufdreht und zum Messer (oder noch gröberen Mordwerkzeugen) greift, stimmt bis zum den Actionfilm persiflierenden Zeitlupen-Finale bei „Benny Loves You“ einfach alles: Tempo, Blutgehalt, schwarzhumorige Beilagen aber auch Schenkelklopfer, denn relativ respektlos wandelt Karl Holt zudem noch auf jenen Pfaden, die die Mark-Wahlberg-Komödie „Ted“ einst bereitet hat, und nimmt das ach-so-süße Grundschema einer Boy-Meets-Girl-Story auf die Schippe. Kurzum: ein sehenswerter Spaß, in dem das Potential zum Kultfilm schlummert. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Claire Cartwright, George Collie, James Parsons, Anthony Styles u. a.
Ab 16. Juli 2021 als limitiertes und serialisiertes Mediabook – die #24 der UNCUT-Reihe – sowie digital erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin