Mia Lindberg, eine auf Pferde versessene junge Reiche, will Kinder – ihr Ehemann Thomas dagegen nicht. Der kümmert sich lieber um die dubiose Firma der befreundeten Ärztin Dr. Isabel Ruben, die ihren Kunden ewige Jugend verspricht. Als ein polnisches Au-Pair-Mädchen aus der Nachbarschaft verstört und verletzt bei den Lindbergs auftaucht und Thomas sich anbietet, diese ins Krankenhaus zu fahren (wo diese jedoch nie ankommt), kommt Mia den menschenverachtenden Machenschaften der Ruben auf die Spur...
Was für einen Bogen doch so manche Filme schlagen: der dänische „Breeder“ beginnt als unterkühlt gefilmter Thriller, der die in die Handlung eingebettete, mit kuriosen S/M-Details unterfütterten Eheprobleme der Lindbergs mitunter recht freizügig bebildert, und endet schließlich – zumindest motivisch, wenn auch in leicht abgemildeter Form – auf einem Terrain, für das Eli Roth einst mächtig gescholten wurde: beim zynisch-kaltschnäuzig inszenierten Torture Porn. Allerdings mag diese Mischung, die sich für so manchen Die-Hard-Fan solch ruppiger Exploitation-Ware zumindest auf dem Papier recht interessant anhört, nicht so richtig überzeugen, denn bis auf die zumeist innerhalb von Dialogen beschriebenen Grausamkeiten gibt es für die angepeilte Zielgruppe kaum wirklich bebilderte Schauwerte – was angesichts deren grundsätzlicher Fragwürdigkeit natürlich wirklich mal etwas anderes ist. Trotzdem – oder gerade weil sich vieles nur im Kopf des Zuschauers abspielt – ist „Breeder“ vor allem in der zweiten Hälfte sehr unangenehm und stößt eher ab als das man sich „gut“ unterhalten fühlt. Am Ende – welches die eingangs erwähnten S/M-Details noch einmal in einer an David Cronenbergs „Crash“ erinnernden Weise vorführt und verfestigt – stellt sich dann doch glatt die Frage, was Regisseur Jens Dahl mit solch einem auf modern und rüde umgekrempelten Frankenstein-Stoff eigentlich bezwecken wollte. Bildformat: 2,39:1. Mit Sara Hjort Ditlevsen, Bengt C.W. Carlsson, Anders Heinrichsen, Morten Holst u. a.
Seit dem 07.01.2021 digital und ab 04.02.2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin