Um die Traumhochzeit ihrer Freunde auf einer kleinen tropischen Insel zu erreichen, fliegen Sara und ihr Ex-Freund Jackson bei ihrem erfahrenen Pilotenfreund Wyman in einer einmotorigen Cessna mit. Eigentlich sollte es ein entspannter, 99-minütiger Routineflug werden, doch nur wenige Minuten nach dem Start erleidet der Pilot einen tödlichen Herzinfarkt. Sara und Jackson haben keine Ahnung, wo sie sich befinden, können mit niemandem kommunizieren und wissen nicht, wie sie das Flugzeug landen sollen. Umgeben von nichts als dem weiten Ozean, dem endlosen Himmel und einem schrecklichen Sturm, der unaufhaltsam auf sie zukommt, haben Sara und Jackson nur einen Versuch – und es gibt kein Zurück (Zitat: Pressetext Constantin Film Home Entertainment).
Menschen, die in Extremsituationen geraten und dann über sich hinauswachsen, ist ein Thema, welches sich durch fast sämtliche Filmgattungen zieht. Sei es nun die Scream Queen, die dem Schlitzer nicht nur entkommt sondern ihn auch erledigt, oder eine junge Frau, die sich plötzlich hinter dem Lenkrad eines Linienbusses wiederfindet und Speed geben muss, weil dieser nicht langsamer werden darf. Alle setzen mehr oder weniger auf diesen Topos. Auch „Horizon Line“ nimmt sich diesem dankbar an und lässt – ähnlich wie in den „Airport“-Katastrophen-Blockbustern der 1070er-Jahre – mehr oder weniger Flugunerfahrene plötzlich und unerwartet den Steuerknüppel und das Höhenruder übernehmen. Zu einer Boeing 747 hat es in „Horizon Line“ allerdings nicht gereicht sondern nur zu einem kleinen Sportflugzeug, doch was die Protagonisten in Mikael Marcimains Film veranstalten müssen, um dieses in der Luft zu halten (tolle Tagline: „Fly or die“), ist genauso hanebüchen wie eh und je. Wer sich damit abfindet, dass „Horizon Line“ also nur eine handwerklich ordentlich über malerischer Meereskulisse abgefilmte, 90-minütige Zwei-Personen-Luftakrobatik-Nummer ohne wirklichen Inhalt ist, der wird seinen Spaß haben – alle anderen werden kopfschüttelnd abwinken. Bildformat: 2,39:1. Mit Allison Williams, Alexander Dreymon, Keith David, Pearl Mackie u. a.
Ab 26.08.2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin