Franks Bewertung

starstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

27.02.2021
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Review

von Frank Trebbin

In einem abgelegenen Tal wird die junge Naturfotografin Harper Zeuge eines grausamen Verbrechens. Verstört kann sie Fotos schießen, wird aber bald von den Tätern überwältigt und entführt. Nach einem sehr harten Verhör auf einer verlassenen Farm kann sie fliehen. Allein in der Wildnis nutzt sie all ihre Survival-Kenntnisse, um ihre Gegner zu überlisten. Bis sie auf den Patriarchen der Gang trifft (Zitat: Pressetext Tiberius Film).

John Boormans „Beim Sterben ist jeder der Erste“ aber auch Meir Zarchis „Ich spuck auf dein Grab“ gelten, trotzdem sie cineastisch betrachtet Welten voneinander trennen, beide als Meilensteine, zementierten sie doch jene Abläufe innerhalb des Backwoods- bzw. Rape-and-Revenge-Subgenres, die bis heute gerne und oft repetiert werden. Teddy Grannans „Ravage – Einer nach dem anderen“ ist quasi eine Mischung aus diesen beiden Vorbildern – was allerdings nur auf dem Papier zu gewissen Jubelstürmen unter den Fans solch harter Unterhaltung führen dürfte, denn das filmische Endergebnis ist hier so eine Sache. Fast alles an diesem mit gestochen scharfen DV-Bildern hausierendem Film, der trotzalledem den Exploitation-Look der 1970er Jahren zu kopieren versucht, wirkt wie an den Haaren herbeigezogen und bewusst überspitzt: beginnend mit dem einleitenden, vom Tonfall her unglaublichen Polizeiverhör über Harpers Entführung vor den Augen der Polizei als „Abschlepp“-Aktion und der folgenden Zirkus-Nummer-Flucht bis hin zu den formelhaften Mordfallen, die die Heldin ihren Peinigern stellt. Und da es in dem Schnittgewitter von Bildmontage auch kaum Zeit für einen ausführlichen Blick auf die Geschehnisse gibt, kann sich das Zielpublikum noch nicht einmal an den auffallend zurückhaltend inszenierten Grausamkeiten delektieren. Bis auf die Hauptdarstellerin gibt es keine nennenswerten darstellerischen Leistungen (Bruce Dern hat sich hier für einen Kurzauftritt wohl verirrt) und die Actionszenen sind dilettantisch genug, um das Billige in „Ravage – Einer nach dem anderen“ so richtig zur Geltung zu bringen. Unterdurchschnittlich. Bildformat: 2,39:1. Mit Annabelle Dexter-Jones, Robert Longstreet, Michael Weaver, Eric Nelsen u. a.

Ab 11.02.2021 digital und ab 04.03.2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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