Madrid, Sommer 2010. Die Stadt steht Kopf, weil die Fußballnationalmanschaft bei der Weltmeisterschaft einen Sieg nach dem anderen einfährt und beste Chancen hat, ins Finale einzuziehen. Am Plaza de Cibeles ist deshalb eine riesige Public-Viewing-Area aufgebaut worden. Die benachbarte spanische Nationalbank, in derem riesigen unterirdischen Tresorraum für kurze Zeit ein sagenumwobener Schatz von Sir Francis Drake lagert, wird wegen dieser geballten Ablenkung zum Ziel des Schatzjägers Walter, der sich den jungen Thom in sein Team von Dieben geholt hat, damit die unbekannten Fallen auf dem Weg in die Bank überwunden werden...
Nein, Thom, gespielt von Freddie Highmore, sieht nicht aus wie Danny Ocean (vgl. Minute 18) und er ist als junger-hoffnungsvoller-Ingenieur-lehnt-sich-gegen-Papa-auf-und-mutiert-zum-Safeknacker auch bei weitem nicht so cool wie George Clooney in Steven Soderberghs „Oceans Eleven“. Dennoch passt dieser Verweis auf gewisse Weise, denn „Crime Game“, eine überraschend stilsichere und aufwendige spanische Produktion mit internationaler, charismatischer Schauspielbeteiligung, schafft es durchaus, in dieser von Hollywood dominierten Liga über weite Strecken mitzuhalten. Auch wenn das witzige Moment hier etwas zu kurz kommt, so gibt sich der Rest dennoch recht locker und bedient die klassischen Abläufe eines Heist-Movies in Perfektion; will heißen: ein steter Wechsel zwischen Fort- und Rückschritten bei der immer näher rückenden Durchführung des Coups sorgen für das nötige Maß an Spannung, die parallel zu den Ereignissen bei der WM 2010 (zumindest aus spanischer Sicht) steigt. Das alles ist clever ausgedacht und auch ebenso von Jaume „[REC]“ Balagueró inszeniert. Und das mit dem Indiana-Jones-mäßig entworfenem Tresorraum mit allem Drumherum wollen wir bei so viel Verve auch gerne glauben. Fazit: dieser europäische Thriller über ein absolut blutleeres Verbrechen braucht sich wahrlich nicht zu verstecken. Bildformat: 2,35:1.Des weiteren mit Liam Cunningham, Astrid Bergès-Frisbey, Sam Riley, Luis Tosar, Famke Janssen u. a.
Ab 11.06.2021 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin