Das junge Model Susana besucht für ein paar Tage seine Großmutter in Madrid, die einen Schlaganfall erlitten hat. Die junge und die alte Frau kreisen in der düsteren Wohnung umeinander, wobei die alte weder spricht noch sonst den Eindruck erweckt, geistig anwesend zu sein. Aber wer braucht das schon, wenn er übersinnliche Kräfte nutzt? Susana jedenfalls merkt mit Schrecken, dass ihre Oma doch noch einen Wunsch offen hat: Sie will einen neuen, frischen Körper... (Zitat: Pressetext Koch Films)
Der Macher hinter der „[REC]“-Reihe ist zurück – und zwar mit „seiner“ Oma. Abuela ist nämlich spanisch und heißt übersetzt Großmutter und der Regisseur von „La Abuela“ ist Paco Plaza, der sich mit seiner neuesten Regiearbeit den Schönheitswahn unserer Zeit vorknöpft. So konfrontiert Plaza in einer durchaus als hintersinnig zu bezeichnenden Handlung den Zuschauer auf der einen Seite recht ungeschminkt mit den negativen Begleiterscheinungen der Altenpflege (beeindruckend dabei: die 85jährige Vera Valdez, die ihren ausgemergelten Körper ungeniert zur Schau stellt) und spult auf der anderen Seite eine Body-Switch-Horror-Story ab, die anfangs nur von wenigen kleinen gruseligen Details lebt, die aber mit zunehmender Laufzeit im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Obwohl das Ganze mehr oder minder ohne große oder allzu vordergründig ausgeschlachtete Schockeffekte auskommt, hallt „La Abuela“ eben doch noch lange nach und zeigt wieder einmal auf, dass das Genre gerade dann besonders stark ist, wenn es sich der leisen, eher weniger weit verbreiteten Stoffe annimmt oder so wie hier dem Körpertausch-Motiv noch neue Seiten abzugewinnen weiß. Doch keine Angst: das Finale von „La Abuela“ hat es trotzdem in sich. Bildformat: 1,85:1. Des weiteren mit Almudena Amor, Karina Kolokolchykova, Marina Gutiérrez u. a.
Ab 17.03.2022 als VoD und ab 24.03.2022 als Mediabook, Blu-ray und DVD erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin