Der Legende nach hat Weltumsegler Magellan vor vielen hundert Jahren nicht nur bewiesen, dass man die Erde zu Wasser umrunden kann, sondern auch einen bislang unentdeckt gebliebenen Goldschatz zusammengetragen, der irgendwo auf seiner Reise versteckt wurde. Und weil der der als Waise aufgewachsene Nathan Drake schon als Junge zusammen mit seinem Bruder Sam, von dem er damals getrennt wurde, von Magellans Abenteuern geträumt hat, lässt er sich relativ schnell von dem windigen Schatzsucher Victor „Sully“ Sullivan um den Finger wickeln, um der Moncada-Familie jenes kleine Kreuz abzujagen, welches der Schlüssel zu dem mittlerweile auf mehrere Milliarden Dollar geschätzten Schatzes sein soll…
Man muss kein Kenner der Konsolenspiele sein, um ein gewisses Vergnügen beim Betrachten von „Uncharted“ zu empfinden, denn die Macher rund um Ruben Fleischer etablieren lediglich ein paar Charaktere aus der beliebten Spielereihe, erzählen aber ansonsten nur eine Art Vorgeschichte. Man sollte jedoch hingegen schon Kenner einiger Klassiker aus dem Abenteuerfilm-Subgenre sein, um zu erkennen, wie seelenlos und dem Grunde nach uninspiriert „Uncharted“ von Autopilot-Höhepunkt zu Autopilot-Höhepunkt durchgereicht wird. So ist zwar für schöne und mitunter aufregende Bilder gesorgt, doch für eine richtig mitreißende, lebendige Geschichte gereicht es bei weitem nicht. Das wird gerade im Schlussakt, der ausgiebig bei „The Goonies“ kapert, ganz schmerzlich deutlich und so würde man viel lieber zum x-ten Mal auf jene alte, liebliche Schatzsuche mit Produzent Steven Spielberg gehen als „Uncharted“ noch die Chance für die in der heute schon so obligatorischen Mid-Credits-Sequenz angedeuteten Fortsetzung zu geben. Das müssen auch Mark Wahlberg und Tom Holland beim Sichten des Drehbuches gespürt haben, denn ihr Spiel ist weitestgehend ohne Verve und selbst die flapsigsten Sprüche verpuffen im Nirgendwo ihres hochbezahlten aber lustlosen Zunftgehabes. Lediglich Antonio Banderas gefällt sich in der Rolle des Bösen und gibt dem Pferd die Sporen, doch leider tritt er auch ebenso früh von der Bühne ab. Doch, halt, das alles hört sich schlechter an als es tatsächlich losgelöst von jeglichen Vergleichen mit Indiana Jones & Co. ist, denn „Uncharted“ ist und bleibt eins: auf Hochglanz poliertes Mainstream-Blockbuster-Kino, das man genauso gefahrlos verdaut wie die Tüte Popcorn, die zu solchen Ereignissen gereicht wird. Bildformat: 2,39:1. Des weiteren mit Sophia Ali, Tati Gabrielle, Steven Waddington u. a.
Ab 04.08.2022 auf DVD, Blu-ray und UHD erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin