Franks Bewertung

starstarstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Der Geist der siebenjährigen Melissa Graps, die von den feiernden Bewohnern eines Dorfes sterben gelassen wurde, rächt sich aus dem Jenseits an jenen, die ihr die Hilfe verweigerten. Der Geist selbst begeht allerdings keinen Mord, sondern treibt seine Opfer eher zu einer Art Selbsthinrichtung. Doktor Paul Eswai, der wegen der mysteriösen Todesfälle gerufen wurde, stößt erst auf eine Mauer des Schweigens, bis ihn eine erste Spur zur geheimnisvollen Baronessa Graps führt. Bei dem Versuch, dem Schrecken ein Ende zu bereiten, bringt er sich und seine Geliebte Monika, die sich als Erbin des Hauses Graps entpuppt, in Todesgefahr…

Auch wenn es der bescheuerte deutsche Titel nicht vermuten läßt: „Die toten Augen des Dr. Dracula“ ist eines der besten Werke Mario Bavas. Mit seinem unverkennbaren Gespür für Schocks und Atmosphäre bringt der italienische Meister des Gothic-Horrors auch diese etwas altbackene Geistergeschichte technisch brillant über die Runden. Im Gegensatz zu seinen späteren reinen Terrorfilmen (wie z.B. „Im Blutrausch des Satans“) kann Bava hier durch die Verwendung lyrischer und poetischer Momente einen Schrecken heraufbeschwören, wie er intensiver nicht hätte sein können. Ebenso versteht er es, den Zuschauer in das gleiche Netz aus Verwirrung und Phantasie zu ziehen, wie die Drehbuchautoren, von denen Bava auch einer ist, den Helden der Geschichte. Die Symbolhaftigkeit einiger Szenen ist auch heute noch bestes Beispiel für intelligentes Horrorkino, obwohl „Die toten Augen des Dr. Dracula“ mit grausamen Details nicht gerade spart. Die deutsche Fassung ist um ca. zwanzig Sekunden geschnitten. Im TV letterboxed (1,73:1). Mit Giacomo Rossi-Stuart, Fabienne Dali, Piero Lulli, Erica Blanc u.a.

Anmerkung aus 2013:
Mittlerweile gibt es den Film auch ungeschnitten auf DVD (16:9) und mit einer Farbabtastung, die diesem Meisterstück aus der Hand Mario Bavas auch gerecht wird. Schön ist immer wieder festzustellen, wie der Alt-Meister mit einem Nichts an lokalen Drehorten, dafür aber mit knackiger Ausleuchtung und in Verbindung mit soliden Studiokulissen ein Maximum an Schauwerten präsentiert.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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