Der junge Jonathan hat merkwürdige Visionen von den Taten des Massenmörders Horace Pinker. Mit Hilfe von Jonathan wird Pinker gefaßt und auch hingerichtet. Doch noch auf dem elektrischen Stuhl schwört dieser fürchterliche Rache, denn Horace Pinker ist ein schwarzmagischer Meister, der auch nach dem Tode existieren kann: als satanisches Energiefeld, das nach neuen Opfern sucht.
Wes Craven variiert hier sein eigenes „Freddy Krüger“-Thema, indem er Horace Pinker in den Träumen von Jonathan auftauchen läßt. Auch sonst wird man das Gefühl nicht los, daß dem Film die vielen Eigenzitate nicht gerade gut getan haben. Vieles kommt dem erfahrenen Zuschauer bekannt vor und schon bald stellt sich ein Déja-Vu-Gefühl ein, was bis zum Ende anhält. Zudem legt sich ein dröhnender Heavy-Metal-Sound über die Szenerie und ertränkt einen Großteil der Spannung in harten Gitarrenriffs. Wenigstens ist „Shocker“ handwerklich und technisch auf der Höhe, so daß auf dieser Ebene eine saubere Leistung bescheinigt werden kann. Das Blutvergießen hält sich hierbei in Grenzen, was jedoch nicht bedeuten soll, daß „Shocker“ nicht auch seine Schocks hat. Mit Peter Berg, Michael Murphy, Mitch Pileggi, Cami Cooper u.a.
Ergänzungen aus 2017:
Anlässlich der Neubewertung von „Shocker“ durch die FSK (heute: ab 16, uncut und längst vom Index) und der mängelfreien HD-Präsentation auf BD (filmkornfreies 1,78:1-Bild, ordentlicher rauschfreier Stereo-Surround-Ton) wird es auch Zeit, noch einmal inhaltlich zu Wes Cravens schon immer als schwächer empfundenen Serienkiller-Film Stellung zu nehmen. Heute kann man ihn als Bindeglied zwischen den „Nightmare On Elm Street“-Filmen und der „Scream“-Reihe verstehen, der mit vorweggegriffenen Elementen aus Gregory Hoblits „Dämon – Trau' keiner Seele“ spielt und auch milde Meta-Ebenen-Unterhaltung bietet. So darf man jetzt „Shocker“ auch weniger als reinen Horrorfilm betrachten sondern als rabenschwarze Komödie, die mit aller Ernsthaftigkeit unfreiwilligen Humor zelebriert und absurde Situationen en masse produziert. Gängige Elemente aus Actionfilmen werden da genauso aneinandergereiht wie typische Motive aus dem Highschool-Milieu. Das alles und noch mehr (Geisterauftritte, Seelenwanderung und Splatter) ist recht eigenwillig miteinander vermengt und man merkt dem Film zu jeder Minute an, wie sehr Wes Craven bemüht war, die damals schon ausgetretenen Pfade des Stalk'n'Slash-Subgenres zu verlassen.
© Selbstverlag Frank Trebbin