Franks Bewertung

starstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Der berühmte deutsche Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau macht sich daran, Bram Stokers „Dracula” zu verfilmen. Wegen Schwierigkeiten mit Stokers Erben nennt Murnau seinen Vampir kurzerhand „Nosferatu“ und präsentiert seiner Crew mit dem unbekannten Darsteller Max Schreck einen Typ Schauspieler, der den Blutsauger perfekt mit Leben erfüllt. Kein Wunder, denn Schreck (oder besser: Graf Orlok) ist wirklich ein Vampir. Murnau weiß um diese Tatsache, hält dies aber vor seiner Crew geheim. Irgendwann beißt Orlok sogar vor laufender Kamera zu...

Wer kennt ihn nicht, den deutschen Stummfilmklassiker aus den frühen 1920er Jahren? Nun gibt es eine tiefverbeugte Hommage an diesen Meilenstein des internationalen (und natürlich deutschen) Genrekinos. Ein glänzend aufgelegter Willem Dafoe gibt den Schauspieler Max Schreck und spielt ihn so teuflisch echt in der Orlokschen Maske, daß es eine wahre Freude ist, auf die nächste Szene mit ihm zu warten. Sein Begehren, ganz in der Rolle aufzugehen und die Filmcrew „auszusaugen“, konterpunktiert wunderbar die Skrupellosigkeit Murnaus, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um seinem Film Realismus zu verpassen. Das Drumherum der Filmarbeiten wird mit viel Detailverliebtheit und sorgfältig ausgestatteten Sets gezeigt und läßt erahnen, mit welcher Kreativität zu damaligen Zeiten gearbeitet wurde. Langweilig wird „Shadow of the Vampire“ deshalb – auch ohne Kenntnis des Originals – nie, doch ein unbestrittenes Manko hat Merhiges Streifen dennoch: ein richtiger Horrorfilm ist er zu keiner Zeit! Auf Video und DVD letterboxed (1,78:1). Des weiteren mit John Malkovich, Udo Kier, Catherine McCormack u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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