Nach dem Tod ihres Mannes Ángel ist Sole (Asia Ortega) weiterhin bestrebt, das kriminelle Business seiner Gang weiterzuführen. Ausgestattet mit einem gewissen Talent und dem Namen ihres Vaters Rogelio, eines anerkannten Mafiosi, kümmert sie sich um den Verkauf der Beute. Dabei kommt sie einem Neu-Mitglied der jungen Truppe näher und läßt sich recht bald auch mit Fernan (Álvaro Rico) ein. Was niemand ahnt, ist, daß Fernan in Wirklichkeit ein Undercover-Agent ist, der die Machenschaften der Gangsterfamilie auskundschaften soll - vorerst führt er sich durch seine unerschrockene Teilnahme an diversen Raubzügen jedoch gut ein und ist bald als neuer Lover der Chefin akzeptiert.
Kurz danach lernt Sole die Pizzafahrerin Rosa (Alana La Hija del Jeque) kennen, die den Tod ihrer Cousine Estrella rächen will: die beiden Frauen beschließen zusammenzuarbeiten. Eine besondere Rolle kommt dabei der Anwältin Mercedes (Patricia Vico) zu, die in der Vergangenheit die Gangmitglieder vor Gericht vertreten hatte - trotzdem sie von ihrem Vater dringend davor gewarnt wird, muß Sole ihr weiterhin wichtige Angelegenheiten anvertrauen. Rosa macht sich in der Zwischenzeit an deren Tochter Marta (Carmen Sánchez) heran und beginnt eine stürmische lesbische Affäre mit ihr - nebenbei kundschaftet sie das Haus der Anwältin aus, in welchem sie Beweise für eine Verstrickung Mercedes´ in den Tod ihrer Cousine vermutet und sucht.
In der Zwischenzeit etabliert sich Sole immer mehr als Gangleaderin, die auch mit internationalen Größen umzugehen lernt: die nach einem Raubüberfall (siehe Hasta el cielo - der Film) vergrätzten Chinesen besänftigt sie, indem sie für diese in einem spektakulären Coup in Frankreich von ihrer Gang eine gut bewachte Vase stehlen läßt, und selbst die Rache der kolumbianischen Mafia, deren Kokain-Transport ihre Jungs überfallen haben, kann sie mit diplomatischem Geschick abwenden. Dann jedoch erfährt Rogelio, daß ein Maulwurf in der Gang arbeitet, und auch die Anwältin merkt, daß ihr Sole nicht mehr wirklich vertraut...
Nach dem Pilotfilm von 2020 geht der Thriller um die junge spanische Gang nun in die Verlängerung: in 7 Folgen zu je etwas über 40 Minuten rückt in Sky High: Die Serie nun der Werdegang von Rogelios Tochter Sole in den Mittelpunkt, die ihr aufbrausendes und wenig diplomatisches Wesen allerdings erst einmal zähmen muß, um von der Fassade ihres Sportartikelladens geschützt bei den Szenegrößen mitspielen zu können. Der Spagat zwischen dem Namen/Ruf ihres Vaters und ihrem Wunsch nach Eigenständigkeit gelingt ihr dabei einigermaßen gut, weiß sie seit Kurzem doch den stets beherrschten, aber sehr zuverlässigen Fernan an ihrer Seite. Dabei muß sie jedoch sehr aufpassen, der vorgeblich auf ihrer Seite stehenden Anwältin Mercedes nicht allzuviel zu verraten - für eine gewisse Spannung zwischen den hochglanzpolierten Bildern von spektakulären Raubzügen in Frankreich oder einem hochrangigen Treffen in Lagos ist also gesorgt.
Doch wie schon beim Pilotfilm 2020 stehen zwischen einigen stylish abgedrehten Action-Sequenzen hauptsächlich die persönlichen Befndlichkeiten der Hauptdarstellerinnen im Mittelpunkt - hier ist es Sole, die immer wieder abwägen muß, wem sie was erzählt, während sich die toughe Rosa ganz ihren Gefühlen hingeben darf. Der interessanteste Filmcharakter, die Anwältin, wird langsam in die Enge getrieben und verhält sich dabei bemerkenswert - alle anderen Beteiligten, besonders die Männer, spielen kaum eine Rolle bzw. kommen, von Fernan einmal abgesehen, nicht über schablonenhafte Darstellungen (meist als Gangmitglieder) hinaus.
Dabei bleibt erneut völlig unklar, woher die technischen Spezialausrüstungen der Twens (von denen keiner älter als Mitte Zwanzig ist) und das Wissen um deren Anwendung herkommen, da die jungen Burschen nicht nur über z.B. geklaute Blaulichtfahrzeuge und Uniformen der Guardia Civil verfügen, sondern auch mit einem Bagger einen Safe aus dem 1. Stock durch die Wand abtransportieren oder, noch spektakulärer, eine sehr stark gesicherte chinesische Vase aus einem märchenhaften französischen Schloss entführen - das alles, ohne von den Behörden erwischt oder auch nur ernsthaft verfolgt zu werden. Gerade der Diebstahl der Vase hätte unweigerlich internationale diplomatische Verwicklungen nach sich gezogen, von denen hier nicht einmal in Ansätzen die Rede ist.
Auch die Akzeptanz der Aufsteigerin Sole in der Riege internationaler Gangster und Weißer-Kragen-Krimineller erscheint unrealistisch, da der etwa 25-jährigen mangels Alter und Reife einfach die Reputation fehlt, sich in solchen Kreisen überhaupt bewegen zu dürfen.
Fazit: durch einige am Ende zusammengeführte Subplots weiß die 1. Staffel von Hasta el cielo (der durch den Verzicht auf den Serientod der wichtigsten Darsteller durchaus eine weitere folgen könnte) zwar temporeich zu unterhalten, springt aber plottechnisch von einem Logikloch zum nächsten. Sichtbar auf ein sehr junges Zielpublikum zugeschnitten kann das Konzept über das glamourös-aufregende Leben der (fast noch) jugendlichen Gangster trotz der stylishen Optik inhaltlich erneut nicht überzeugen. 6 Punkte.