kurz angerissen*
Teuflischer hätte selbst der junge Sam Raimi seine Splatstick-Pointen nicht um Bruce Campbell herum drapieren können. Wie an einem Mäusefaden knabbert sich Alain Robak beharrlich von Zentimeter zu Zentimeter und lässt so eine geradlinige Struktur entstehen, die dem Titel „Corridor“ alle Ehre macht. Das ist vielleicht nicht besonders raffiniert und führt erst recht zu einer finalen Wendung, die man auf Meter voraus kommen sieht, doch mit Sicherheit verpuffen diese neun Minuten nicht ereignis- und wirkungslos; sie sind vollgestopft mit perfiden Fallen, die in der handwerklichen Umsetzung, in der musikalischen Akzentuierung und vor allem im präzisen Schnitt mit reinster Leidenschaft behandelt werden.
Eine besondere Erwähnung hat zudem der Schauplatz verdient, eine völlig heruntergekommene Bruchbude mit labyrinthischen Qualitäten, die von einer Kreuzung aus degenerierten Hinterwäldlern und Gothic-Sonderlingen kaum stilechter bewohnt werden würde. Dass das alte Haus laut Drehbuch als Preisgewinn ausgeschrieben ist, erlangt somit eine gewisse Glaubwürdigkeit. Wäre Jigsaw ein Franzose, hätte er sich der Gruppe an Interessenten sicher angeschlossen. Bei Marie-Thérèse Caumont, die ihren armen Besucher (völlige Überrumpelung: Jean-François Gallotte) mit einer frischen Tasse Kaffee in die Hölle jagt, hätte er jedenfalls noch so manchen Kniff lernen können.
Ob sich „Corridor“ ferner als Kommentar zur Situation des französischen Immobilienmarkts lesen lässt, ließe sich mit mehr Kenntnissen zur Situation Ende der 80er Jahre sicher besser sagen; in jedem Fall aber taugt er als Satire auf überfüllte Bewerbungsverfahren zur Hausbesichtigung auch heute noch.