Die Babysitterin Jill wird am Telefon von einem Verrückten terrorisiert. Die Polizei kann wenig helfen, ortet jedoch bald, daß die Anrufe aus dem Haus kommen, in dem Jill ihren Job verrichtet. Doch es ist bereits zu spät, denn Curt Duncan, ein psychopathischer Mörder, hat die beiden Kinder, auf die Jill aufpassen soll, bereits ermordet. Jahre später: Duncan flieht aus der Heilanstalt und muß erkennen, daß die Gesellschaft viel grausamer ist als er selbst. Zu guter Letzt inszeniert Duncan eine ähnliche Tat wie damals, um von Inspektor Clifford, der ihn seit damals verfolgt, erschossen zu werden.
Fred Walton hat mit dieser ungewöhnlichen Geschichte den Blickwinkel und die Wirkungsweise gängiger Horrorthemen um 180 Grad gewendet. Jetzt ist nicht mehr der Täter das Scheusal, sondern die Gesellschaft, die durch den ebenso besessenen Polizisten (hervorragend: Charles Durning) verkörpert wird. Aus dem Täter ist ein Opfer und aus dem Jäger der Henker geworden. Anfang und Ende von „Das Grauen kommt um Zehn“ laufen zwar nach entsprechenden „Halloween“-Formeln ab, können aber den nachdenklich stimmenden Mittelteil, der die Abgründe menschlichen Daseins und die seelische Verelendung in unserer Gesellschaft schildert, nicht überdecken. Im Gegensatz zu den üblichen „Freitag der 13.“-Clones bietet „Das Grauen kommt um Zehn“ eine echte, aber auch düstere Alternative für die Zukunft des Horrorfilms. Mit Carol Kane, Charles Durning, Collen Dewhurst, Tony Beckley u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin