Franks Bewertung

starstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Sandra ist eine ruhige, schüchterne junge Frau, die sich bereits als kleines Mädchen auf merkwürdige Weise zu Tierkadavern hingezogen fühlte: In liebevollen Ritualen beerdigte sie die verendeten Tiere und tanzte an ihren Gräbern. Heute arbeitet Sandra als Einbalsamiererin in dem Begräbnisinstitut von Mr. Wallis. Wähnt sie sich unbeobachtet, tauscht sie mit den dort aufgebahrten Leichen kurze Zärtlichkeiten aus. Ihre nekrophile Leidenschaft wird schließlich dem Studenten Matt, der sich in Sandra verliebt, zum Verhängnis: Um seiner Angebeteten wirklich nahe zu sein, bringt sich Matt um.

Lynne Stopkewichs "Kissed – Todeskuss“ mit irgendeinem anderen Film zu vergleichen, der ebenfalls mit dem Thema Nekrophilie hantiert, läuft in die Leere, denn dieser Spielfilmerstling hier hat nichts mit den üblichen Horrorphantasien zu tun. Am ehesten ähnelt "Kissed - Todeskuss" noch Joerg Buttgereits "Nekromantik" – ohne jedoch die gleichsam bizarre Liebesgeschichte mit splatterigen Details zu schmücken. Gefühlvoll wird da für das Andersartige plädiert und der sexuelle Akt mit den Leichen gerät zu einer fast schon religiös verbrämten Überhöhung, die ganz und gar nicht mit der kalten Brutalität aus "Aftermath" konkurrieren kann, der ja auch ein starkes Plädoyer für den respektvollen Umgang mit den Toten ist. Fazit: Für Horror-Fans kaum geeignet und dennoch diskussionswert und keinesfalls fehl am Platze. Mit Molly Parker, Peter Outerbridge, Jay Brazeau, Natasha Morley u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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