Im Jahr 2020 gibt es die D-Mark wieder und Deutschland ist ein Polizeistaat geworden. Zwei Fernsehsender, Eurolux und Alphaplus, kämpfen um die Quoten und schicken dabei die kuriosesten Game-Shows ins Netz: Promi-Talk mit dem Kannibalen Oskar („Hannibal“ läßt mächtig grüßen) oder aber „Geld oder Grab“, ein „Running Man“ für Arme. Emma Trost, Produzenten bei Alphaplus, wird durch den Mord an ihrem Chef in eine Verschwörung verwickelt, bei der es sogar noch um Aliens auf der Erde geht...
Ist es nun eine Hommage an das Genre und an die Gruselkrimis der 1960er Jahre im speziellen oder eine verkappte Mediensatire im Stile von „Robocop“? Keine Ahnung, ich weiß es wirklich nicht, denn die querbeet geklaubte Handlung, die da von „Akte X“ über „Dr. Mabuse“ bishin zu den in der Kurzkritik genannten Filmen reicht, wird trotz guter Besetzung so hölzern und/aber auch schrill dargeboten, daß es einem schwer fällt, das im retro-futuristischem Look gehaltene Ganze bis zum Ende durch zu stehen. Die durchaus skurrilen Drehorte gehen zudem in der harschen S/W-Fotografie, dessen Kontrast bei der TV-Austrahlung schlecht ausgesteuert war, schlicht unter und identifizieren „Planet der Kannibalen“ als artifiziell getarnten, peinlichen Bockmist. Im TV matted (16:9). Mit Minh-Khai Phan-Thi, Barbara Auer, Florian lukas, Vadim Glowna u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin