Der Cop Frank Castle ist seit dem Mafia-Mord an seiner Familie im Untergrund abgetaucht, um von dort aus als „Punisher“ seinen Feldzug gegen das organisierte Verbrechen durchzuführen. Seine Auslegung von Gesetzbuch und Bibel ist unzweideutig und hat zur Folge, daß nicht nur die Mafia hinter ihm her ist. Nein, auch die ehemaligen Kollegen möchten Frank, den man getrost als Massenmörder bezeichnen kann, besser tot wissen.
Regisseur Mark Goldblatt, der bereits mit „Dead Heat“ einen beachtlichen Einstieg in das Horrorgenre hatte, arbeitet ganz im Stil seines Erstlings weiter: rasante bis überharte Action mit ein wenig übersinnlichem Touch. Bei „The Punisher“ hält sich aber der phantastische Aspekt stark in Grenzen: Es wird lediglich angedeutet, daß Frank Castle auch ein Rächer aus der Totenwelt sein könnte. Was den Film aber für Hardcore-Fans interessant machen dürfte, ist sein sehr hoher Body-Count und die hierbei vorgenommene pyrotechnische Umsetzung. Die blutigen Spezialeffekte erinnern in ihrer Virtuosität an die Zeiten, als man noch richtige Splattereffekte kreierte (z.B. Tom Savini bei „Zombie“). Leider ist die deutsche Fassung aber dermaßen verstümmelt (man spricht von ca. vierzig Schnitten), daß ein Genuß derselbigen nur den Masochisten unter den Filmfreunden zuzumuten ist. Wer den Film abseits seiner zugegebenermaßen recht vordergründigen Effekte betrachtet, entdeckt, daß er eine einigermaßen gut gelungene Verfilmung des zugrundeliegenden Marvel-Comics ist. Mit Dolph Lundgren, Louis Gosset jr., Jeroen Krabbe, Kim Miyori u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin