England um 1850. Es ist Winter. Der Gutshof der Willoughbys wird von einer Horde wilder Wölfe umlagert. Drinnen müssen sich Bonnie und Sylvia, zwei kleine Mädchen, allerdings einer ganz anderen Gefahr erwehren. Ihre Gouvernante Mrs.Slighcarp ist eine wahre Teufelin, die sich nach der Abreise der Hausherren tyrannisch aufführt und die Kinder in ihrer Gewalt hält. Und draußen heulen die hungrigen Wölfe…
Opulentes Märchen mit merklich oft eingesetzten Tier-Horror-Motiven. Stuart Orme ist es mit diesem Kinderfilm –den ich allerdings stellenweise erschreckend beunruhigender finde als manch modernen Slasher– gelungen, einen Blick auf die viktorianische Gesellschaft zu werfen und dabei eine anfangs verspielte, später düstere Atmosphäre zu kreieren. Ähnlich wie in „Zeit der Wölfe“ geht hierbei die Bedrohung weniger durch das Tier, sondern durch den (bösen) Menschen aus. Der Inszenierungsstil Stuart Ormes ist sehr bedacht, dabei aber ständig beobachtend und dicht bei den handelnden Figuren. Fotografisch und von der Ausstattung her ist „Die Wölfe von Willoby“ weit über dem Durchschnitt. Mit Emily Hudson, Stephanie Beacham, Mel Smith, Aleks Darowska u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin