Weil ihre Großmutter Iris vor vielen, vielen Jahren eine tödliche Kettenreaktion im frisch eröffneten Skyview Tower vorhersehen und so vielen Menschen das Leben retten konnte, wird heute die junge Stefani von ständig wiederkehrenden Alpträumen rund um diese verhinderte Katastrophe heimgesucht. Iris, die seither versucht, den Tod auszutricksen und dabei immer seltsamer geworden ist, scheint dabei zum schwarzen Schaf der Familie geworden zu sein. Stefani sucht Kontakt zu ihr und muss auf blutige Weise erkennen, dass ihre Großmutter recht hat: dem Tod darf niemand dazwischenfunken...
Mit „Final Destination 6: Bloodlines“ (wieder)belebt New Line Cinema nach längerer Pause (Teil 5 immerhin 2011 produziert) die von ihr einst vor 25 Jahren ins Leben gerufene Horrorfilmserie um das höchst bürokratisch anmutende Ziel des Sensenmannes, eine bestimmte Reihenfolge menschlichen Ablebens, die zuvor durch eine Person iregndwie vermasselt wurde, partout einhalten zu wollen. Freakige Unfälle, kreative Tode, gore galore und schwarzer Humor – das sind die fein abgestimmten Zutaten einer Serie, die zwar immer ihren eigenen, immer gleichen Mustern folgte, dabei aber nie wirklich langweilig wurde wie einst das öde Abschlachten innerhalb des „Freitag, der 13.“-Marathons. Nach einer gut 15minütigen, künstlich-nostalgisch in den 1960ern verorteten Eingangssequenz, die bezüglich Anzahl von Opfern und Ausmaß der Katastrophe das bisherige Must-See der Serie darstellt, landet Teil 6 im Hier und Jetzt, punktet weiterhin mit dem vertrauten Spiel um Zuschauerahnungen und befeuert munter blutig-groteske Absurditäten. Das mag streckenweise arg übertrieben wirken, bedient aber genau das, was der „Final Destination“-Fan erwartet. Handgemachte Effekte und das übliche CGI-Gespritze gehen Hand in Hand und spätestens dann, wenn der kurz nach dem Dreh an Krebs verstorbene Tony Todd auftaucht, wird auch der letzte Horrorfilmfan wehmütig angesichts einer Serie, die zwar nie von der Handlung her over the top gewertet wurde, dafür aber beständig grundsolide und dank ihrer Härte fast immer Vier-Sterne-mäßig unterhält. Bildformat: 2,39:1. Mit Kaitlyn Santa Juana, Teo Briones, Rya Kihlstedt, Richard Harmon u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin