Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Die junge Lehrerin Miriam nimmt nach einem Autounfall einen geheimnisvollen alten Mann in ihr Haus auf. Dieser stirbt kurz darauf. Was dann folgt, ist ein Strudel aus schrecklichen Visionen und Horror pur. Miriam ist nämlich das Opfer einer Teufelssekte geworden, die die junge Frau als mögliche Mutter ihres noch zu zeugenden Antichristen auserkoren haben. Durch einen Brunnenschacht im Keller ihres Hauses, dem Tor zur Hölle, kriecht ein Dämonenvogel hervor, der als Vater des Kindes fungieren soll…

Michele Soavis neuester Streich im Horrorgenre ist ein schwer zu beschreibender, nicht leicht verdaulicher Ausflug in eine Fantasy- und Märchenwelt für Erwachsene. Im Gegensatz zu seinen bisherigen Arbeiten, distanziert sich Soavi von den gängigen Formeln und Betrachtungsweisen des Phantastischen Films und stellt die Sehgewohnheiten (und damit auch die Erwartungshaltung) des Publikums auf den Kopf. Auch wenn der oben stehende Kurzinhalt auf ein billiges Rip-Off der „Rosemaries Baby“-Story hindeutet, ist „The Sect“ doch viel mehr als nur ein branchenüblicher Okkult-Thriller. Mit der ihm eigenen, von seinem Mentor Dario Argento (einmal mehr Produzent und Co-Drehbuchautor) abgeschauten Bildsprache zieht uns Michele Soavi in eine bizarre Welt voller merkwürdiger Visionen und unwirklicher Details. So ahnt man z. B. nicht, welche Bedrohlichkeit von profanen Dingen wie Wasserleitungen ausgehen können. Langsam, fast zu langsam entwickelt sich ein Netz aus einzelnen Episoden und Handlungssträngen, die erst am Ende einen Sinn ergeben, den Zuschauer aber dennoch in ihren Bann ziehen. „The Sect“ ist mit Sicherheit ein Film, der mindestens zwei- oder dreimal angesehen werden muß, um seine volle Wirkung zu entfalten, denn einfach hat es sich das Gespann Soavi/Argento wahrlich nicht gemacht. Die Special-Effects stammen aus der Hand Sergio Stivalettis. Die Schnitte in der deutschen Fassung betreffen nur Füllszenen. Mit Herbert Lom, Kelly Leigh Curtis, Maria Angela Giordano, Giovanni Lombard Radice (alias John Morghen) u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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