Fran und ihre blonde Freundin Miriam sind zwei lesbische Vampire. Sie leben in einem halbverfallenen Herrenhaus irgendwo in Mittelengland und gabeln mittels Autostop Männer auf, die sie für eine Nacht glücklich machen. Danach müssen diese als Opferlämmer für die Blutsaugerinnen herhalten. Als sich jedoch Fran in eines ihrer Opfer verliebt, den Mann zwar ansaugt, ihn aber letztendlich schont, nimmt das Schicksal seinen Lauf…
„Vampyres“ ist neben den Werken Jean Rollins einer der Sex-Vampir-Streifen schlechthin. In selten so offenen Bildern wird hier der männlichen Phantasie mächtig Zucker gegeben, doch ist bei weitem kein Schmuddelkino daraus geworden. Eher wird auf gekonnte Weise eine wahnwitzige Amour-Fou-Geschichte um unstillbares Verlangen und unerfüllte Sexualität gesponnen. Der Spanier José Larraz arbeitet mit viel Stil und und vor allem mit einem dermaßen großen Geschick, daß es einem kaum auffällt, wie gering doch das Budget hat sein müssen. Die atmosphärisch dichte Fotografie geht mit der unheimlichen, nervenzerrenden Musik eine perfekte Zweckehe ein, die der Spannung der Handlung zugutekommt. Viel nacktes Fleisch und noch mehr sprudelndes Blut wird in „Vampyres“ dem Horrorfan geboten. Eine Mischung, die schon zur Entstehungszeit ultimativ war, und jetzt, in den Tagen des sicheren R-Ratings, auch nicht mehr erreicht wird. Apropos Rating: die UK-Fassung von „Vampyres“ ist cut. Es gibt in den USA eine viel längere, und teilweise anders gedrehte Version des Films. José Larraz’ echter (S)Exploitation-Klassiker des Beißer-Subgenres ist leider nie in synchronisierter Form nach Deutschland gekommen. Warum wohl? Mit Anulka, Marianne Morris, Murray Brown, Brian Deacon u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin