Dem elfjährigen Lucas macht sein schwindendes Augenlicht einige Sorgen. Geplagt von den Ängsten vor einer ungewissen Operation träumt sich Lucas in eine Scheinwelt hinein, in der er der Einäugige unter den Blinden ist. Irgendwann kann Lucas nicht mehr zwischen Phantasie und Realität unterscheiden, und so ist es kein Wunder, daß er sich bald von einem unheimlichen Mörder verfolgt fühlt…
„Angst vor der Dunkelheit“ ist „ein ausgeklügelter Psychothriller um Augenlust und Augenangst“ (Zitat aus „Film-Dienst“ # 6/92), der vom Zuschauer eine erhöhte Aufmerksamkeit verlangt, denn nicht immer strickt Regiedebütant Mark Peploe seine Geschichte nach den Regeln des klassischen Erzählkinos. Die vielen Versatzstücke und Querverweise zu anderen Filmen seiner Gattung, wie z.B. „Augen der Angst“, „Shining“ und „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, werden geschickt eingebracht, erwecken aber nie das Gefühl des bloßen Kopierens. Bewußt wird auch auf eine konsequente Atmosphäre des Unheimlichen verzichtet, denn nur so wirken die gruseligen Höhepunkte der Handlung um so besser. Ohne allzu sehr zu psychologisieren, bringt Peploe seine Geschichte sogar zu einem unerwarteten Ende, welches den bisherigen Verlauf etwas auf den Kopf stellt und somit ein verwirrtes Publikum hinterläßt. Von der o.g. Kritik als „unaufdringliche intellektuelle Spielerei“ abgetan, hebt sich „Angst vor der Dunkelheit“ aufgrund der ungewöhnlichen Geschichte und deren dargereichter Struktur doch erheblich von der üblichen Thriller-Ware ab. Mit James Fox, Ben Keyworth, Fanny Ardant, Clare Holman u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin