Marc Daly ist ein Konzertpianist. Eines Abends beobachtet er durch das Fenster seines Übungsraumes den Mord an einer Nachbarin, die tags zuvor auf einem Parapsychologen-Kongreß telepathischen Kontakt zu einem wahnsinnigen Mörder hatte. Offenbar wurde die Frau von genau diesem Mörder getötet. Marc will mit Hilfe von Freunden den Mord auflösen. Jede Spur endet jedoch bei einem weiteren Mord, bis unser Held endlich vor der grausamen Lösung des Falles steht.
Dario Argento zeigt hier einmal mehr, daß handwerkliche Versiertheit und technisches Können weit über dem Inhalt einer Geschichte stehen. So werden bei „Rosso– Die Farbe des Todes“ in perfekter Manier und unter Zuhilfenahme von Eigenzitaten in Form von Bild- und Musikkompositionen mehrere Mordszenen aneinandergekoppelt, welche jede für sich schon der Höhepunkt eines Films wäre. Hierbei sind dann einige Sequenzen härter ausgefallen als vergleichbare andere aus dieser Zeit (z.B. der makabre Schlußgag oder der Mord in der Badewanne). Apropos Musik: Sie stammt von der Gruppe Goblin, die noch öfter mit Dario Argento zusammenarbeiten wird. David Hemmings, der die Rolle des Pianisten Marc mit Leben erfüllt, wiederholt seinen Part als zweifelnder Zeuge eines Mordes, den er bereits in „Blow Up“ (GB 1966, Regie: Michelangelo Antonioni) glänzend gespielt hat. Der für das Genre sehr wichtige und auch innovative „Rosso– Die Farbe des Todes“ ist in der deutschen Fassung stark gekürzt (sie beruht auf der US-Fassung) und büßt somit einen erheblichen Teil des auf die entsprechende Länge hin konzipierten Rhythmus ein, was zur Folge hat, daß der Film hierzulande schlampig und zerfahren wirkt. Schade drum, denn das Meisterwerk Argentos hat eine solche Behandlung nicht verdient. Das italienische OF-Video ist letterboxed (2,13:1), die deutsche Fassung nur cropped. Alternativtitel: „Deep Red“. Mit David Hemmings, Daria Nicolodi, Gabriella Lavia, Macha Meril, Reos Pagni u.a.
Anmerkung aus 2012:
Mittlerweile ist der auch heute noch sehr sehenswerte Giallo-Thriller auch hierzulande in ungekürzter Form und voller Bildpracht (16:9, 2,35:1) erschienen, wobei die in punkto Farbe und Schärfe wirklich überzeugende BD ("Profondo Rosso - Die Farbe des Todes") leider immer noch leicht geschnitten ist.
© Selbstverlag Frank Trebbin