Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Die Gynäkologen Beverly und Elliot Mantle sind nicht nur eineiige sondern auch mentale Zwillinge: vereinigt im Geist, aber zwei Körper. Sie betreiben eine moderne Klinik, die fast nur den Reichen Hollywoods vorbehalten ist. Als sich der scheue und grüblerische Beverly, der zudem noch drogensüchtig ist, in die hübsche Schauspielerin Claire Niveau verliebt, möchte er sich geistig von seinem Bruder abnabeln. Daß dies in einer Orgie aus Wahnsinn und Zerstörung bis hin zur Selbstverstümmelung endet, kann der erfahrene Zuschauer schon früh erahnen…

Anders als in seinen früheren Filmen baut der Kanadier David Cronenberg nicht auf vordergründige und spekulative Gore- und Bluteffekte, sondern vertraut ganz der Einbildungskraft des Zuschauers, die der zum Ende hin sehr schaurigen Geschichte mehr Details zufügen kann als jeder Maskenbildner. Dennoch ist „Die Unzertrennlichen“ eine konsequente Fortführung des bereits in „Die Fliege“ abgewandelten Körper-Horrors, der sich jetzt vollständig von seiner Veräußerlichung getrennt hat. Ganz im Stil einer antiken Tragödie offenbaren sich dem gewillten Zuschauer, der für den richtigen Filmgenuß erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen muß, die Abgründe menschlichen Wahnsinns mit all seinen Perversionen. Technisch gesehen stellt „Die Unzertrennlichen“ ein Meilenstein in der Vervollkommnung der Split-Screen-Technik dar. Nur so ist es gelungen, das minutiöse Spiel von Hauptdarsteller Jeremy Iroms, der beide Zwillingsbrüder verkörpert, adäquat ins rechte Licht zu rücken. Vorsicht: Schwangeren und feinfühligen Frauen sollte der Film wegen seiner teilweise harten Gynäkologie-Thematik nicht gezeigt werden. Des weiteren mit Geneviève Bujold, Heidi von Palleske, Barbara Gordon, Stephen Lack u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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