Seit ihrer Kindheit wird Cassandra Roberts regelmäßig von Visionen heimgesucht, die an Intensität zunehmen, als sich ihre Eltern scheiden lassen wollen. Doch schon bald werden Cassandras Alpträume zur blutigen Realität: So sieht sie z.B. den Tod von Fotomodell Libby, der schwangeren Geliebten ihres Vaters, voraus, der dann auch prompt eintritt. Als Cassandras Mutter von einem messerschwingenden Unbekannten verfolgt wird, gerät Fotoassistent Graham schnell in Verdacht, der Mörder sein. Doch die Wahrheit ist nur in Cassandras Kindheit zu finden…
Mit „Cassandra“ hat Colin Eggleston, der auch am Drehbuch mitschrieb, einen spannenden, kleinen Thriller mit einem schockierenden, absolut brutalen Ende auf die Beine gestellt. Aufgepäppelt hat der australische Filmemacher das Ganze mit stilsicher eingebrachten Anleihen bei den Werken Hitchcocks, wobei die Inszest-Motive der Geschichte natürlich viel deutlicher zutage treten als bei einigen Filmen des Altmeisters. Schauspielerisch ist „Cassandra“ (Nomen est Omen; schlag nach bei den alten Griechen) eindrucksvoll und gekonnt umgesetzt worden. Zwar ist die Handlung an manchen Stellen etwas zu elegisch geraten, doch die Vielzahl von wirklich nervenaufreibenden Szenen tröstet schnell darüber hinweg. In der Wust recht einfach gestrickter Slashermovies ragt „Cassandra“ aufgrund seiner Freudschen Komplexität eindeutig heraus. Alternativtitel: „Cassandra– Omen des Todes“. Mit Tessa Humphries, Shane Briant, Briony Behets, Susan Barling u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin