Ein verklemmter Ehemann raubt gemeinsam mit seiner Frau sexuelle Lüstlinge aus, die er mittels einschlägiger Anzeigen in die Wohnung lockt. Das dabei erbeutete Geld soll für die Gründung eines Feinschmeckerlokals in Hollywood herhalten. Die überflüssigen Leichen geben sie dem windigen Mexikaner Raoul, der diese wiederum an eine Hamburger-Restaurantkette als Frischfleisch verkauft.
Regisseur Paul Bartel, der auch den verklemmten Ehemann spielt, ist es gelungen, mittels einer tiefschwarzen Komödie die Grundprinzipien der kapitalistischen Gewinnmaximierung zu erklären. Die turbulente Story steckt nur so voller Querverweise auf entsprechende ernste Kannibalen-Klassiker des Horrorgenres. Zugegeben, die hier zugrundeliegende Idee ist nicht besonders neu und auch etwas geschmacklos, doch wurde sie bisher nie mit soviel Witz und Energie umgesetzt. Daß hierbei auch die Sexbesessenheit des spießigen Kleinbürgertums satirisch unter die Lupe genommen wird, macht „Eating Raoul“ umso interessanter. Mit Paul Bartel, Mary Woronov, Robert Beltran, Susan Saiger u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin