Der Lehrer Henry Wilt scheint ein echter Looser zu sein: Kein Fortkommen im Job und seine Frau ist eine herrische Ziege. Eines Tages ist Henrys Gattin verschwunden, und auf dem Schulgelände wird in einer Baugrube ein weiblicher Körper entdeckt. Flugs gerät Henry unter Verdacht, ein Mörder zu sein, zumal ihn mehrere Zeugen mit einem toten Körper gesehen haben. Der karrieregeile, aber trottelige Inspector Flint glaubt Henry natürlich nicht, daß es sich bei der gefundenen „Leiche“ nur um eine Gummipuppe handelt, an die der Lehrer nach einer turbulenten Feier gebunden wurde…
„Puppenmord“ ist eine intelligente, zuweilen sehr exzentrische Komödie, deren tiefschwarzer Humor von feinster britischer Prägung ist. Die bissigen Seitenhiebe auf die gesellschaftlichen und sexuellen Probleme der sogenannten gutsituierten Mittelschicht sind teilweise ziemlich krass, doch treffen sie fast immer ins Ziel. Recht respektlos ist das Finale in einer Kirche mit einem richtigen Frauenmörder, das (für mich) als Hommage an Peter Walkers „Haus der Todsünden“ zu verstehen ist. Doch Michael Tuchner geht noch einen Schritt weiter: In einer herrlich makabren Szene gesteht Wilt dem Trottel Flint, doch ein Mörder zu sein, die Leichen mit einer Kettensäge zerstückelt und dann zu Wurst verarbeitet zu haben. Wenn das nicht eine Verbeugung in Richtung „Ketten-Sägen-Massaker“ ist. Deshalb ist „Puppenmord“ sehr empfehlenswerte Unterhaltung. Mit Griff Rhys Jones, Mel Smith, Alison Steadman u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin