Die Polizeistation in Shallow Valley soll geschlossen werden. Da steht plötzlich ein blutüberströmter Junge in der Tür, der zur Überraschung von Sheriff Jack Sheppard irgendetwas mit dem Verschwinden von einigen Leuten aus dieser Gegend zu tun hat. Das Ganze wird mysteriöser, als man feststellt, daß seine Fingerabdrücke und das Blut, welches nicht aufhört aus dem Jungen zu strömen, von verschiedenen Personen stammen. Als Deputy Dempsey mit dem Blut in Berührung kommt, hat er merkwürdige Visionen von grausamen Todesfällen. In Panik greift er zur Waffe und erschießt einen Unschuldigen. Weitere unheimliche Dinge sollen immer dort geschehen, wo das Blut des Jungen auftaucht…
Sieh an, sieh an: Hinter einem unscheinbaren Titel verbirgt sich ein effizienter, kleiner Low-Budget-Horrorthriller, der durchaus dazu angetan ist, das festgefahrene Genre durch seine erfrischende Handlungs-Mixtur, die einfach irgendwie „anders“ unterhält, zu beleben. Doch dafür müßte der Film erst einmal einem größeren Publikum bekannt sein, was allerdings aber schon daran scheitern dürfte, daß „Shallow Ground“ hierzulande von einem unbekannten DVD-Anbieter mit einer ziemlich unbeteiligten Synchronisation vertrieben wird. Schade, denn Sheldon Wilsons überraschend blutiger und mit heftigen Details versehener Film, der ebenso Motive aus „Sieben“ wie auch „Assault – Anschlag bei Nacht“ verarbeitet, gerät zu einem Vexierspiel, bei dem man mit zunehmender Laufzeit in eine wahre Tour-de-Force des modernen Horrors gerät, die – und das ist auch gut so – nicht bereit ist, dem Zuschauer sämtliche Fragen zu beantworten. So verstört „Shallow Ground“trotz eines offenbar klar definierten Endes auf seine ganz eigentümliche Weise, denn es sind die Details, auf die es hier zu achten gilt. Schön, daß es heute noch Filme gibt, die offenbar mit ihren Kanten und Ungereimtheiten leben können. Auf DVD 16:9. Mit Timothy V. Murphy, Stan Kirsch, Lindsey Stoddart, Patty McCormack u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin