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14 Jahre nach den grausigen Ereignissen in Texas (siehe "Blutgericht in Texas") findet der nach Rache dürstende Onkel des damals verstobenen Franklin mit Hilfe einer Radiomoderatorin eine Spur, die zu der Mordfamilie führt und mit ein paar Kettensägen im Gepäck begibt er sich auf Vergeltungstour.

Wie schon bei "Blutgericht in Texas" führte im zweiten Teil ebenfalls Tobe Hooper wieder das Regiezepter und dreht mit diesem keinen bloßen Abklatsch der ersten Teils, sondern ging mit diesem in eine komplett andere Richtung. Der Vorgänger stellt ein gnadenlosen Stück Terrorkino dar und in Teil 2 wandelt man eher auf den Pfaden einer überdrehten Horrorkomödie.
Auch inhaltlich gibt es viele Änderungen besonders im Bereich Kettensägenfamilie. So haust diese nicht mehr in ihrem Landhaus, sondern hat es sich unter einem verfallenen Vergnügungspark gemütlich gemacht, wo der bereits aus dem ersten Teil bekannte Koch, der inzwischen ein preisgekrönter Chilikredenzer ist, um den Diebstahl seines Geheimrezepts (na, was ist wohl die Geheimzutat?) fürchtet, der Bruder des verstorbenen Anhalters ist mit einer sichtbaren Stahlplatte im Kopf aus Vietnam zurück und sorgt für würdig kranken Ersatz und Leatherface entdeckt die Gefühlswelt für sich, als er sich Hals über Gesichtshaut in die Radiomoderatorin verschießt, was in einer wohl niemals deutlicher als "Kettensäge als Phallussymbol" erkennbaren Szene seinen Anfang findet. Gerade diese letzte Änderung sagt mir so garnicht zu, denn aus dem menschenverachtenden Leatherface ein liebendes Wesen zu machen, will zu dieser Figur überhaupt nicht passen. Wieder mit von der Partie ist die Tischszene mit hammerschwingendem Opa, wobei diese hier aber wesentlich harmloser ausfällt und mich gelangweilt hat, da nichts neues hinzugefügt wurde.
Ansonsten gibt es noch einige nette Einlagen wie das einseitige Wiedersehen zwischen Onkel und Neffe Franklin, der immer noch mit Taschenlampe im Rollstuhl hockt (allerdings sieht er nicht mehr ganz so frisch aus), einen Blick auf die Oma der Familie und das lange Kettensägenduell zwischen Leatherface und einem Widersacher.
Da die meisten Darsteller des ersten Teils wegen zu hoher Gagenvorstellungen oder wegen Desinteresse nicht mehr mitmachen wollten, kam es zu Neubesetzungen oder Schaffung komplett neuer Figuren. So schlüpfte Bill Johnson an Stelle von Gunnar Hansen in das Ledergesichtskostüm und spielt seine Rolle ordentlich, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu zappelig, die weibliche Hauptrolle übernahm Caroline Williams, die an die Glanzleistung von Marilyn Burns nicht annähernd herankommt, Jim Siedow ist wieder der Koch und spielt ganz groß auf, Bill Moseley darf überzeugend das neue Familienmitglied mimen und Dennis Hopper bringt als Star des Films glaubhaft den Rachedürster rüber und darf mit seinen drei Kettensägen durch die Gegend wüten.
Verantwortlich für die im Vergleich zum Vorgänger, in dem äußerst wenig Blut zu sehen ist, zahlreichen Splattereffekte ist niemand anderer als Tom Savini, der vor allem in der legendären Anfangsbrückenszene und gegen Ende mit ein paar spritzigen Kettensägenwunden sein Können unter Beweis stellt.

Insgesamt geht der zweite Teil der Kettensägen-Reihe im Vergleich zum Erstling in eine komplett andere Richtung und weiß trotz ein paar Längen im Mittelteil durchaus zu unterhalten.

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