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Wird man beim Anblick des CANON-Logos zu Beginn noch ganz wehmütig, so stellt sich schon in der ersten Szene Ernüchterung ein: Ja, das sind die 80er.

Den Charakter der Fortsetzung nach 13 Jahren macht schon das Plakat deutlich – die „Family“ in der Pose des BREAKFAST CLUB. Und tatsächlich hält sich TCM 2 in keinster Weise zurück, weder, was die Peinlichkeiten dieses Jahrzehnts angeht (ätzende Nerds, Kleidung, Frisuren, Skript, glücklicherweise ist die Musik ungewöhnlich cool), noch in Bezug auf die Brutalität. Rund 20 Minuten Kürzungen verlangte die MPAA und der Film hatte es in einigen Ländern schwer mit seiner Veröffentlichung.

Dennoch ist Tobe Hoopers aus mangelndem Budget selbst inszeniertes Sequel kein reiner 80s Splatterschrott. Dafür hat er einfach zu viele Szenen, die in ihrer Absurdität und Grausamkeit nachhaltig in Erinnerung bleiben. Das verstümmelte Opfer, das unsere Heldin befreit – während sie seine Gesichtshaut trägt. Leatherfaces Bruder, der sich mit einem angekokelten Kleiderhaken ständig am Kopf kratzt. Der senile Greis der Familie, der den Hammer nicht mehr halten kann, mit dem er sein Opfer erschlagen soll und die gellenden Schreie während dieser endlosen Tortur. Überhaupt: Der volle Körper- und Lungeneinsatz von Caroline Williams. Und das Kettensägenduell zwischen Dennis „der schlechteste Film, in dem ich je mitgespielt habe“ Hopper und Leatherface, während der Soundtrack (ebenfalls von Tobe Hooper) PSYCHO auf dem Synthesizer zitiert.

TCM 2 ist bestimmt kein guter Film und schon gar kein Meilenstein des Genres wie sein Vorgänger, aber er lässt in all seiner 80er-Hysterie immer wieder eine rohe Originalität durchblitzen.

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