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Am Anfang kann man glatt noch etwas Hoffnung verspüren, dieser Film würde ein vielleicht etwas trashiger, aber blutig-spannender Horrorstreifen werden - immerhin ist er die, wenn auch späte, Fortsetzung eines der berüchtigsten und effektivsten Schocker aller Zeiten. Doch es dauert nicht lange, da entpuppt sich "The Texas chainsaw massacre 2" trotz netter Besetzung und saftiger Effekte als das genaue Gegenteil des Vorgängers - einer der schlechtesten Genre-Beiträge überhaupt.

Das beginnt schon mit diesem Nichts von Story: Eine Radiomoderatorin wird Ohrenzeugin, wie zwei aufgeblasene Teenager von Leatherface in Stücke gesägt werden. Als sie die Tonbandaufnahme live im Radio abspielt, versucht die verkommene Sippe, auch sie umzubringen. Doch Leatherface zeigt Mitleid mit ihr und so folgt sie den Brüdern in ihre Höhle, wo es zum Duell auf Leben und Tod kommt.

Auch das Original hatte nicht viel Inhalt zu bieten, was jedoch von der stringenten Inszenierung überdeckt wurde. Hier aber fehlt diese vollständig: Obwohl wieder Tobe Hooper auf dem Regiestuhl saß, zeigt sich der zweite Teil zu 100 Prozent als herkömmlicher Genre-Streifen: belanglose Nebenfiguren, nervig penetrante Spannungsmusik, düstere Settings und ein überschaubares Figurenarsenal, das den alten Kampf Gut gegen Böse austrägt. Einzig erwähnenswert ist dabei Altstar Dennis Hopper, der sich auf einem Rachefeldzug gegen die Sippe befindet, die seinen Bruder Franklin umgebracht hatte. Er allein gibt seine psychisch etwas angeschlagene Figur noch mit ein wenig Charisma und Leinwandpräsenz. Alle anderen Darsteller nerven mit heillos überzogenem Chargieren - ob das Bill Moseley als der verrückte Bruder von Leatherface ist, der permanent wie irre durch die Gegend hüpft und schreit, oder Caroline Williams als taffe Moderatorin, die beim Kampf um ihr Leben immer wieder in unfreiwillig komische Gesichtsentgleisungen und dämliches Herumgefuchtel abdriftet.

Nach der halbwegs interessanten Einleitung fällt "The Texas chainsaw massacre 2" auch dramaturgisch in ein tiefes Loch. Das Hauptproblem ist, dass Hooper einzelne Szenen bis zur Unerträglichkeit in die Länge zieht: erst der Überfall auf die Radiostation, bei dem ewig zwischen Leatherface, der eine Stahltür mit seiner Kettensäge bearbeitet, und der kreischenden Williams auf der anderen Seite hin und her geschnitten wird; dann die Verfolgung und der Kampf in den Katakomben der Familie, wo der Vater sein berühmtes Chili kocht - unfassbar dämliche Dialoge, sinnloses Herumgespringe des verrückten Bruders und irgendwann dann einmal die Konfrontation zwischen Gut und Böse, die ebenfalls ewig in die Länge gezogen wird, lassen jeden Rest Spannung vollständig vergehen. Als absurder Höhepunkt rennt Hopper endlos mit einer Kettensäge schreiend durch die Katakomben und zersägt einen Balken nach dem anderen. Von Handlungslogik oder innerem Zusammenhang fehlt hier jede Spur.

Überhaupt hat es die Fortsetzung auch nicht so mit der Logik. Wer genau ist eigentlich dieser Bruder, der ja eigentlich im ersten Teil vom Laster überfahren wurde? Und auch die Settings sind zwar schön eklig inszeniert und bieten mit Leichenteilen und verwesenden Kadavern eine filmische Geisterbahnfahrt, wirken aber so künstlich und unglaubwürdig, dass die ganze Handlung darunter leidet. Auch der arg plötzliche Schluss macht die Dramaturgie nicht besser.

Da helfen auch die drastischen Spezialeffekte des Special-Make-up-Gurus Tom Savini nicht mehr, die immerhin noch hartgesottene Splatterfans halbwegs erfreuen dürften. Doch auch die Gewaltszenen werden endlos in die Länge gezogen: da wird minutenlang auf den Kopf eines Opfers eingeschlagen, ohne dass dieses stirbt, oder eine zentrale Szene aus dem Original, die dort noch für pures Entsetzen gesorgt hat, auf so dilettantische Art wiederholt, dass es nur noch lächerlich ist. Szenenweise grenzt das hier wirklich an Gewaltverherrlichung.

Mit hoffnungslos überzogenen Figuren, die wohl ironisch oder skurril sein sollen, einer abgrundtief dümmlichen Dramaturgie und grottenschlechten Dialogen verärgert "The Texas chainsaw massacre 2" wohl jeden noch so glühenden Leatherface-Fan. Im Vergleich zum genialen Original eine wahre Schande - man möchte wirklich wissen, was sich Tobe Hooper hierbei gedacht hat.

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