Die Fortsetzung des Kult-Knallers „Re-Animator“ ist leider längst nicht so originell ausgefallen, wie das Grundkonzept es verspricht. Die Verlagerung der Experimente von der Universität in ein Kriegslazarett fußt in den Original-Geschichten von Lovecraft und kann als gelungene Abwechslung durchgehen. Der Ansatz den Film als Hommage an den großen Universal-Klassiker „Bride of Frankenstein“ zu inszenieren wird schon unmissverständlich klar beim Filmtitel „Bride of Re-Animator“.
Brian Yuzna übernahm die Regie und man muss sagen, dass er über deutlich weniger Talent verfügt als Stuart Gordon. Das macht sich eindeutig bemerkbar in der strukturellen Umsetzung der Dramaturgie und auch durch Yuznas größtenteils fehlende Detailverliebtheit. Trotz allem sind einige Szenen wirklich sehr schön eingefangen und versprühen eine sehr stimmige Atmosphäre. So kurzweilig wie das Original wirkt „Bride of Re-Animator“ allerdings nicht, dafür ist die Geschichte zu dünn und wird auch oftmals aus den Augen verloren.
Die Effekte sind erneut sehr gut gemacht und sogar minimal häufiger vertreten als im Vorgänger. Besonders das Finale ist sehr splattrig geraten und sorgt für hohen Unterhaltungswert. Dieser wird leider des öfteren getrübt durch die lieblose Geschichte, die nicht mehr als ein Vehikel darstellt. Das Drehbuch, an dem Yuzna auch mitwirkte, ist längst nicht so in sich geschlossen wie das dichte Skript zum ersten Teil und stellt die größte Schwachstelle dar.
Negativ wirkt sich auch die austauschbare Grundsituation aus, denn es werden nur in den seltensten Fällen Verbindungen zum Vorgänger aufgebaut. Auffällig ist auch der lockere Umgang mit dem Schicksal von Hauptcharakter Herbert West. Dieser stirbt im ersten Teil offensichtlich, und auch in „Bride of Re-Animator“ muss man von einem Tod ausgehen. Doch auch die zweite Fortsetzung „Beyond Re-Animator“ schert sich nicht wirklich darum die Logik aufrecht zu erhalten. Im Prinzip sieht man auch nie was mit West geschieht, von daher ist dieses Mank eigentlich entschuldbar.
Außerdem wirken die Darsteller wesentlich schlechter, mit Ausnahme natürlich des wieder einmal herrlich aufspielenden Jeffrey Combs und Bruce Abbott, der schon im ersten Teil eine tragende Rolle spielte. Der restliche Cast befindet sich aber auf niedrigerem Niveau und vermag den Film schon ein wenig runter zu ziehen. Dasselbe gilt für den Score, ein Abklatsch des ersten ist noch längst nicht genug um zu überzeugen.
Fazit: Viel mehr B-Movie als der erste Teil und mit Abstand schlechter. Trotzdem kann „Bride of Re-Animator“ mit einigen gelungenen Effekten und Witzen auftrumpfen, die den Film niemals langweilig werden lassen.
5,5 / 10