Wie auch schon der Vorgänger von 1985 basiert dieser Teil lose auf der Vorlage von H. P. Lovecraft und mischt dazu noch eine Portion „Bride of Frankenstein“ (1935) bei. So versucht sich auch hier wieder Dr. Herbert West an der Reanimation toten Gewebes, mehr noch, die Erschaffung eines ganzen Menschen (Pi mal Daumen) steht auf dem Programm. Hierzu bedient er sich der Hilfe seines Freundes Dr. Dan Cain, das Herz dessen im ersten Teil verblichenen Freundin Megen soll hier eine zentrale Rolle spielen. Quasi das Herzstück des Projekts. Und dieses wird nicht nur von einem Polizisten gestört, der den beiden auf den Fersen ist, auch der Kopf des ebenfalls schon bekannten Dr. Hill sinnt auf Rache.
Und so nimmt das Ganze seinen Lauf. Der dieses Mal von Brian Yuzna inszenierte Beitrag fokussiert sich dabei zunächst auf West und Cain. Letzterer bandelt noch mit der Journalistin Francesca an während West allerlei Kleinzeug erschafft. Ein Highlight dabei der Verbund von ein paar Fingern und einem Auge, das Ergebnis tippelt dann ein Weilchen durch die Wohnung. Irgendwann brauchte man wohl doch noch eine Art Antagonist und schickt Dr. Hill wieder ins Rennen. Zumindest teilweise.
Das Ganze wabert so vor sich hin in Richtung Showdown, immerhin ist die Fortsetzung mit knapp was über neunzig Minuten nicht überlang. Dennoch ist das Tempo eher moderat. Dabei bietet das Skript einige Ideen und bemüht sich um Humor. Die Trefferquote ist so lala, das Personal ist rollenweise nicht gerade mit Talent im Hinblick auf komödiantisches Timing oder generell Ausstrahlung gesegnet. Ausgenommen davon ist Jeffrey Combs, der als Dr. West wieder aufgeht.
Effektreich ist die Chose ebenso, natürlich ist die titelgebende „Bride“ hier zu nennen, aber auch zwischendurch kommt es immer wieder zu netten Einfällen. Die praktischen Effekte sind dabei gelungen, über den Bat-Kopf sehe ich da lieber hinweg.
So kann man zwar auch mit der Fortsetzung einen gewissen Spaß haben, an den Erstling kommt das hier aber nicht ran. Es sollte etwas witziger und „größer“ sein, in meinen Augen hat das nur bedingt funktioniert und immer wieder schleppt es sich ein bisschen. Dennoch ist auch „Bride“ okay mit seinen Reverenzen und Einfällen, einem wieder gut aufgelegten Jeffrey Combs und gelungenen praktischen Effekten.