Barry Kohler, ein junger Jude, entdeckt in Paraguay, daß der berüchtigte KZ-Arzt Josef Mengele noch lebt. Dieser arbeitet mit ehemaligen Nazi-Größen an einem schaurigen Plan: Aus dem Blut Hitlers wurden vor vielen Jahren vierundneunzig Kinder geklont, die in unterschiedlichen Ländern unter den gleichen Familienverhältnissen aufwachsen wie dazumal der Führer. Nun sollen die vierundneunzig Väter der „Hitler-Kinder“ sterben, weil auch Adolfs Vater im Alter von fünfundsechzig Jahren starb. Eine Mordwelle breitet sich über die ganze Welt aus…
Obwohl Franklin J. Schaffners brillante Verfilmung des berühmten Romans von Ira Levin kein reiner Horrorfilm im engeren (sprich: klassischen) Sinne ist, verdient er jedoch die Erwähnung aufgrund der Tatsache, daß die künstliche Schaffung von Hitler-Kopien durch einen wissenschaftlichen Prozeß sehr, sehr erschreckend ist und dadurch ein wenig Frankensteinsche Ausmaße besitzt. Natürlich ist „The Boys from Brazil“ ebenso ein gutes Beispiel dafür, daß auch in Hollywood hübsch exploitationhaft gearbeitet wird. Und gerade wegen dieses Umstandes ist „The Boys from Brazil“ erst gut acht Jahre nach seiner Entstehung hierher zu uns gekommen. Daß man in Deutschland solche Themen sensibler behandelt zu wissen mag, liegt glaube ich auf der Hand. Genauso sind die erheblichen Handlungskürzungen in der deutschen Fassung zu erklären, denn „The Boys from Brazil“ ist an sich nicht übermäßig brutal. Wer ein Faible für gut gemachte Thriller-Kost mit (realistischem) Gruseleinschlag hat, der sollte sich „The Boys from Brazil“ trotz seines kontroversen Stoffes nicht entgehen lassen. Mit Laurence Olivier, Gregory Peck, James Mason, Lili Palmer, Uta Hagen u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin