Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Dies ist eine Kompilation aus drei Kurzfilmen, die durch keine sonst übliche erzählerische Klammer miteinander verbunden sind, sondern die einzeln und für sich stehen. Kurioserweise wechselt weltweit die Reihenfolge der Filme. Hierzulande sind sie wie folgt erschienen:

1) „Dumplings“ (Hongkong, Regie: Fruit Chan Guo). Die TV-Schauspielerin Li Quing ist in die Jahre gekommen und ihr Ehemann sucht Befriedigung bei einer Jüngeren. Deshalb geht Frau Li zu der sinistren Mei, die ihr ganz spezielle Teigtaschen zubereitet, mit denen man wieder hübsch und begehrlich werden soll. Der fleische Inhalt der Teigwaren sind getötete Kinder, was aber Frau Li ziemlich egal ist!

2) „Cut“ (Südkorea, Regie: Park Chan-wook). Horrorfilmregisseur Ryu und seine Ehefrau werden die Opfer eines von Ryu enttäuschten Filmkomparsen, der sich als perfider Psychopath entpuppt. Dieser verlangt von dem gefesselten Ryu, daß dieser einen Mord begeht. Ansonsten werden seiner Frau, einer bekannten Klavierspielerin, nach und nach die Finger abgetrennt…

3) „Box” (Japan, Regie: Takashi Miike). Die junge Kyoko hat bizarre Alpträume, die etwas mit dem gewaltsamen Tod ihrer Zwillingsschwester Shoko zu tun haben. Ist Shoko etwa als Geist zurück gekehrt oder versucht der Vater Kyoko einfach nur in den Wahnsinn zu treiben, weil er Kyoko die Schuld an Shokos Tod gibt?

Mit „Three…Extremes“ hält der geneigte Zuschauer eine Horrorkurzfilmsammlung in den Händen, an der sich – da bin ich mir ganz sicher –die Geister scheiden werden. Wer einfach nur drei stringent erzählte Quickies erwartet, wird nämlich ganz schön enttäuscht werden, denn zumindest „Cut“ und „Box“ stehen für das dunkle, schwer verdauliche und bizarre Asien-Kino und sind nicht jedermanns Sache. Während „Dumplings“ (von diesem Kurzfilm gibt es noch eine lange, abendfüllende Fassung gleichen Titels) trotz seines Kannibalismus-Themas noch recht zurückhaltend ist (abgesehen von der übertriebenen Tonspur mit den verzerrten Essgeräuschen), gerät die Welt in den zwei anderen Episoden mächtig aus den Fugen. In „Cut“ wird das Psychpathen-Einerlei, welches man aus den US-Pendants kennt, ziemlich auf die Spitze getrieben und erreicht sadistisch ausgefeilte Höhen, die man schon von jeher nur aus Fernost kennt. Inszenatorischer Schluß- und Höhepunkt ist jedoch der extrem verstörende „Box“, der trotz der typisch unaufgeregten Inszenierung durch den Japaner Miike mit einigen Schocks aufwartet und der wirklich überrascht. Sicherlich gehört „Three…Extremes“ nicht zu den leicht goutierbaren modernen Klassikern des Genres, doch immerhin verschafft er dem Zuschauer einen guten Überblick, wo der asiatische Horrorfilm heute steht. Auf DVD 16:9. Mit Miriam Yeung Chin-wah, Bai Ling, Tony Leung Kar-fai, Lee Byung-hun, Kang Hye-jung, Kyoko Hasegawa u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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