Eine brasilianische Mini-Ausgabe von Charles Manson hetzt seine paar Motorradbräute auf ein amerikanisches Showbusiness- und Filmehepaar, das den Karneval in Rio miterleben will und auf seine Spur kommt. In einer besonders grausamen Szene soll dann dem Zuschauer ein „real abgefilmter“ Mord plus zusätzlicher Verstümmelung der Leiche verkauft werden.
Bekannt geworden ist dieses gute Beispiel für eine geschickte Vermarktungsstrategie eigentlich nur durch zwei Dinge: zum einen durch die nachträglich eingearbeitete Snuffszene, in der angeblich der o. g. authentische Mord zu sehen sein soll (reißerischer Werbespruch dazu: „South-America, where life is cheap“) und durch die Tatsache, daß Michael Findlay nach Drehschluß in einem Hubschrauber tödlich verunglückte. Der Rest sollte Schweigen bleiben, denn ein Großteil von „Big Snuff“ besteht aus Szenen eines bereits 1971 in Argentinien entstandenen Low-Budget-Streifens um einen religiösen Sektierer. Weil dieser Film namens „The Slaughter“ allerdings so schlecht war (langweilige Karnevals-Aufnahmen etc.), daß er nicht ins Kino gebracht werden konnte, kauften die Findlays die Rechte auf und „bastelteten“ an dem Streifen mit dem oben beschriebenen Ergebnis herum. Erstaunlich ist allerdings, daß er auch seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Wer wohl zu der Handvoll Leuten gezählt haben mag, die „Big Snuff“ in einem Bahnhofskino gesehen haben? Die o.g. deutsche Lauflänge gilt fürs Kino. Die deutsche Fassung ist um gut zwei Minuten gekürzt. Alternativtitel: „American Cannibale“. Stabangaben über Schauspieler und Crew sucht man vergeblich, denn dies gehört ebenso zur Vermarktung als Snuff-Movie.
© Selbstverlag Frank Trebbin