" Blood Diner " war ein Hauptgrund für die Pleite des Videolabels Vestron. Daran war nicht nur der schlechte Film, sondern mitunter die Schneidekunst der Zensoren schuld. Dank der Splattereinlagen, des gezeigten Kannibalismus und einigen Hinweisen auf Hitler, wurde der Film in Deutschland über sechs Minuten gekürzt, um eine FSK 18 Freigabe zu erhalten. Obendrauf wurde diese Rumpffassung noch indiziert. Vestron hatte damit heftige Probleme mit der Vermarktung. Die Zuschauer waren über diese zerschnippelte Fassung nicht gerade erbaut und die Videotheken weigerten sich den Film auszustellen. Auch für Regisseurin Jackie Kong bedeutete dieser Film das Aus der kurzen Regiekarriere. Und auch ich bin von diesem Film mehr als nur enttäuscht.
Die beiden Brüder Michael (Rick Burks) und George Tutman (Carl Crew) haben ein kleines Restaurant in der Stadt und sind von dem Gedanken bessessen die ägyptische Göttin Sheetar wieder auferstehen zu lassen. Dazu erwecken sie das Gehirn ihres Onkels Anwar wieder zum Leben. Unter seinen Anweisungen bereiten sich die Beiden auf den großen Tag vor. Doch vorher gibt es noch jede Menge Arbeit. Man braucht eine unbefleckte Jungfrau, jede Menge Körperteile von hübschen Frauen, damit man sich den Körper für Sheetar zusammenbasteln kann, zudem muss ein großes Fest vorbereitet werden mit einem ganz besonderen Essen. Michael und George müsssen vorher viele Morde begehen, um an ihr Ziel zu gelangen. Auch die beiden Cops Mark Shepard (Roger Dauer) und Sheba Jackson (LaNette La France) kleben schon an ihren Fersen, außerdem wird die Zeit langsam knapp.
Ich hatte mir diesen Film erstens viel besser und zweitens ganz anders vorgestellt. Ich war ja auf Funsplatter vorbereitet, doch nicht auf diesen dämlichen, beinahe schon slapstickartigen Humor. Es sind zwar ein paar recht schwarzhumorige Einlagen dabei, man nehme nur mal die Szene als der Türsteher den Kopf vom Lowrider zerquetscht bekommt, doch der Hauptteil des Humors ist für mich schlichtweg überzogen bis komplett dümmlich.
Dabei fängt das Ganze relativ ernst und vielversprechend an, mit den zwei Brüdern im Kindesalter, welche hier schon von ihrem wahnsinnigen Onkel Anwar für Sheetar begeistert werden, doch kurz darauf schon bei der Erweckung von Anwar´s Gehirn geht das Dämliche Treiben los.
Das Gehirn steckt man dann kurzerhand in ein Wasserglas, drückt noch ein paar Augen dazu rein und dann kann das Ding noch sprechen. Die Phrasen welche aus dem Glas kommen, nerven den Zuschauer schon nach fünf Minuten, ich für meinen Teil hätte es gleich an die Wand geklatscht. Überhaupt sind die Dialoge hier nur lächerlich, genauso wie die polizeilichen Ermittlungen die nebenher laufen und für viele Durststrecken sorgen. Ich habe schon lange nicht mehr so schwachsinnige Polizisten erlebt. Die ganzen Charaktere hier sind schwachsinnig. Und was sollen überhaupt die komischen Anspielungen auf Hitler ?
Auch auf dem Spannungssektor lassen sich keine Ausschläge erkennen, nicht mal angenehmer Grusel kann hier aufkommen, geschweige denn Atmosphäre. Immerhin gefällt das Make up und die Goreszenen. Es darf viel Blut fließen, Körperteile werden abgehackt, Augen platzen aus dem Kopf, Köpfe werden zerquetscht oder fritiert und auch einige sehr blutige Einschüsse gibt es zu bewundern. Der Gorefreak dürfte zufrieden gestellt sein, auch wenn einige F/X viel zu übertrieben daherkommen. Das Maske der Zombies im blutigen Finale sieht auch ganz nett aus. Hier kann der Film wenigstens ein paar Stärken aufzeigen und Freunde des schlechten Geschmackes ein bisschen aufmuntern, der Bodycount ist für diesen nicht mal 90 minütigen Film auch beachtlich.
Die Darsteller wiederrum sind allesamt Dilletanten. Dazu trägt auch die nervtötende deutsche Synchro bei. Glaubhaft agiert hier Niemand, nicht mal der Durchschnitt wird erreicht. Rick Burks und Carl Crew nerven ungemein mit ihrem überkandidelten Schauspiel und diversen Blödeleien. Das Polizistenduo, verkörpert von Roger Dauer und LaNette La France ist der absolute Abschuss des Abstrusen.
Funsplatter mit sehr fragwürdigem Humor, aber einigen guten Goreszenen und vereinzelt netten Einfällen. Die Darsteller sind schlecht, genauso wie die skurile Story. Ich selbst kann mit diesem Film nichts anfangen, unterhalten wurde ich allerdings recht passabel, daher knappe 4 Punkte.