Blood Diner ist eine grellbunte, vollkommen überdrehte Splatter-Komödie, die man durchaus als inoffizielles Remake von Blood Feast von Herschell Gordon Lewis verstehen kann. Während das Original als bierernster Pionier des Gore-Kinos gilt, schlägt Blood Diner jedoch eine völlig andere Richtung ein – hier regieren Klamauk, Overacting und bewusst billiger Trash-Charme.
Die Brüder Michael und George Tutman betreiben ein vegetarisches Restaurant in Los Angeles – zumindest offiziell. In Wahrheit arbeiten sie daran, ihre altägyptische Göttin Sheetar wiederzuerwecken. Den perfiden Plan dazu hat ihnen ihr Onkel Anwar eingeflüstert – oder vielmehr dessen konserviertes, telepathisch sprechendes Gehirn.
Um das Ritual zu vollenden, benötigen die Brüder diverse Körperteile junger Frauen, die sie auf ebenso groteske wie blutige Weise beschaffen. Während sich die Mordserie häuft und die Polizei eher unbeholfen ermittelt, steuern die Ereignisse auf ein absurd-blutiges Finale zu.
Wer hier ernsthaften Horror erwartet, ist definitiv falsch. Blood Diner versteht sich als Splatter-Slapstick mit extremem Overacting, schrägen Figuren und einem Humor, der oft hart an der Schmerzgrenze entlangschrammt. Die Dialoge – insbesondere in der deutschen Fassung – sind herrlich dummdreist und tragen stark zum Trash-Faktor bei.
Die zahlreichen blutigen Effekte wirken durchweg billig. Körperteile sehen eindeutig nach Gummi aus, Kunstblut spritzt in ordentlichen Mengen, und die Masken erinnern eher an eine ambitionierte Amateurproduktion. Doch genau diese handgemachte, überzeichnete Ästhetik macht einen Teil des Reizes aus. Der Film weiß um seine Absurdität und zelebriert sie genüsslich.
Besonders hervorzuheben sind die kruden Ideen: das telepathisch sprechende Gehirn im Einmachglas, bizarre Mordmethoden, überzeichnete Nebenfiguren wie die „Oben-ohne“-Frauen-Aerobicgruppe oder das völlig eskalierende Finale mit grüngesichtigen Zombies. Nicht jeder Gag sitzt, manche Szenen ziehen sich, und gelegentlich wirkt der Humor eher bemüht als pointiert. Dennoch sorgt das hohe Tempo dafür, dass kaum Langeweile aufkommt.
Der Soundtrack passt zudem hervorragend zur schrägen Atmosphäre und unterstreicht den Charakter des Films zusätzlich. Technisch ist das alles weit entfernt von Hochglanz – aber das war nie das Ziel.
Blood Diner ist kein guter Film im klassischen Sinne – aber ein unterhaltsamer. Trash-Fans, Liebhaber von 80er-Splatter und Freunde bewusst billiger Effekte kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer jedoch subtilen Humor oder ernsthaften Horror erwartet, dürfte schnell genervt sein.
Persönlich hätte ich mir gewünscht, dass der Film etwas ernster bleibt und den Balanceakt zwischen Horror und Komödie konsequenter durchzieht. So bleibt am Ende ein schräger, blutiger Partyfilm.