HD-VÖ Review
Als die Pflegerin Karen zum Haus einer bettlägerigen alten Dame geschickt wird, um nach dem Rechten zu sehen, hat sie vom ersten Augenblick an ein ungutes Gefühl. Unheimliche Dinge scheinen sich hier abzuspielen. Was hat es mit den seltsamen, schrecklichen Geräuschen im Haus auf sich? Und was macht ein kleiner verängstigter Junge eingesperrt in einem Wandschrank? Karen bekommt es langsam mit der Angst zu tun. Als dann die alte Frau auch noch stirbt, macht sich nackte Panik in ihr breit. Sie findet heraus, dass ein todbringender Fluch auf dem Haus lastet und jeden heimsucht, der über die Schwelle tritt. Kann Karen den schrecklichen Bann brechen und dem grausamen Fluch entkommen (Zitat: Pressetext justbridge entertainment GmbH)?
Die im Gegensatz zu reinen Hollywood-Remakes nur leicht amerikanisierte, weil weiterhin in Tokio spielende Neuverfilmung von „Ju-on: The Grudge“, die Regisseur und Drehbuchautor Takashi Shimizu bereits ein Jahr nach dem Orignal die Gelegenheit gab, seine Intentionen und Ideen nun auch mit einem größeren Budget umzusetzen, wurde von Sam Raimi und Rob Tapert für Ghost House Pictures produziert und ist neben Gore Verbinskis 2002er „Ring“-Remake die Speerspitze des mal eben mit Hollywood-Geldern ausgeschlachteten Hypes um den sogenannten J-Horror, der in seinem eigentlichen Herkunftsland aber in 2004, dem Entstehungsjahr von „The Grudge – Der Fluch“, schon längst am Abflachen war. Trotzdem wurde auch Shimizus US-Debüt ein weltweiter Erfolg, denn seine zeitlich verschachtelte Erzählweise, die eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Publikum erforderte, hob ihn durchaus positiv aus dem Gros des Genres hervor und grenzte sich sogar von der eher geradlinigen „Ring“-Konkurrenz ab. Zudem verstört Shimizu auch in der US-Version seines Gruselstoffes mit eher ungewöhnlichen Schock-Mechanismen und durch verfremdete tonale Effekte – nicht unbedingt ein Novum aber zumindest in dieser Geballtheit eben andersartig und interessant. Das Spiel mit der Angst vor der Fremde wird in „The Grudge – Der Fluch“ durch die kalt erscheinenden Bilder der überfüllten Urbanität der japanischen Mega-City eher subtil betrieben, ist aber dennoch wichtige Triebfeder für die Funktionalität des Films bei seinem westlichen Publikum. Fazit: unbedingt ansehen – nur vielleicht nicht alleine!
Die jetzt erschienene HD-VÖ ist insgesamt betrachtet okay: das Bild ist trotz des oft bemerkbaren Filmkorns ansehnlich und gerade bei den Schwarzwerten eine Verbesserung gegenüber der DVD; der Ton kommt zwar kraftvoll daher, hat aber noch Luft nach oben. Auf der BD ebenfalls vorhanden ist der um satte 7 Minuten längere Directors Cut von “The Grudge – der Fluch”, der sich gerade punkto Gewaltspitzen von der US-Version (PG-13) unterscheidet und deshalb für Horrorfilmfans trotz fehlenden deutschen Tons interessant sein dürfte. Bildformat: 1,85:1. Mit Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, KaDee Strickland, Bill Pullman u. a.
Ab 19. November 2021 erstmals als Blu-ray in einem limitierten Mediabook im Doppel-Pack mit “Der Fluch – The Grudge 2” erhältlich!
© Selbstverlag Frank Trebbin