Im Mittelalter wird der scharlachrote Henker wegen seiner grausamen Umtriebe selbst hingerichtet. Vorher kann er jedoch noch Rache schwören. Diese scheint sich auch zu vollziehen, als in der heutigen Zeit eine Gruppe von Schauspielern just in der Burg eine Fotosession abhält, in dessen Folterkammer der o.g. Henker sein Grab hat. Der erste Mord geschieht…
Dieser technisch banale Spuk ist nur deshalb erwähnenswert, weil hier die Stimmung des ungleich besseren Anthony-Dawson-Films „Das Schloß des Grauens“ aufgegriffen wird und in bester (S)Exploitation-Manier leicht beschürzte, hübsche Mädchen in den Fängen irrer Folterer kredenzt werden. Der Kameramann brilliert durch starre Aufnahmewinkel, und auf der Tonspur erhebt sich ein Orgelgeklimper, das man in den 60er-Jahren die kleine Barmusik nannte. Interessant ist lediglich die Motivation des Täters, der die leichtlebigen Darstellerinnen nur deswegen umbringt, weil sie „seine männliche Reinheit durch ihre Blicke besudeln“ (O-Ton). Da zeigt sich der typische Machoismus der Südländer. Regisseur Massimo Pupillo, der im Gebrauch von Pseudonymen nicht gerade sparsam ist, beweist erst ein Jahr später mit „Cemetery of the Living Dead“, wozu er wirklich fähig ist. Daß die deutsche Fassung bei einem solchen Schund doch relativ arg gebeutelt ist, verwundert doch ein wenig. Auf Video letterboxed (1,56:1). Mit Mickey Hargitay, Walter Brandt, Louise Barrett, Ralph Zucker u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin