Ein geistesgestörter Mörder, der vornehmlich ganze Familien bei Vollmond abschlachtet, gibt der Polizei immer neue Rätsel auf. Erst Will Graham, ein reaktivierter FBI-Agent, der die Gabe hat, die Abgründe seelisch Pervertierter zu durchleuchten, erhält eine erste, heiße Spur. Weitere Hilfe erhält das FBI von einem inhaftierten Massenmörder, Hannibal Lektor. Doch der Täter mordet weiter…
Michael Mann, der bereits mit seinem perfekt durchgestylten „Die unheimliche Macht“ keine besonders glückliche Hand im Horror-Genre hatte, begeht mit diesem Psychothriller fast die gleichen Fehler wie dazumal. Die Bilder sind wunderbar komponiert, und auch das Drumherum stimmt bis auf das letzte i-Tüpfelchen. Dennoch will der berühmte Funke nicht überspringen. Die Handlung wird relativ distanziert und kühl dargereicht, so daß ein Großteil der Spannung annähernd wirkungslos bleibt und dem Film eine antiseptische Aura verliehen wird. Nur die voller Visionen steckende Arbeit Grahams, die ihn auf der einen Seite dem Täter immer näher kommen läßt, auf der anderen Seite aber auch Persönlichkeitsverluste für ihn bedeutet, zeugen von ein wenig Gefühl für das Thema. Insgesamt bietet „Manhunter“ technisch perfekte, wenn auch nicht unbedingt immer überzeugende Unterhaltung. Als Pendant zu „Das Schweigen der Lämmer“ (beide Vorlagen stammen von Thomas Harris) ist der Film jedoch allemal diskussions- und sehenswert. Die deutsche Fassung ist leicht cut und mit 1,62:1 letterboxed, die NTSC-Laserdisc mit 2,18:1. Alternativtitel: „Blutmond“. Mit William Petersen, Kim Griest, Joan Allen, Brian Cox u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin