Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Turin im Jahre 2000. Ein Mörder, der sogenannte „Killer-Zwerg“, der vor 17 Jahren vermeintlich Selbstmord verübte, scheint wieder unterwegs zu sein. Frei nach einem Kinderreim mordet er vornehmlich junge Frauen, deren Körper er dann mit Tierbildern schmückt. Der bereits pensionierte Kommissar Moretti, der 1983 den Fall bearbeitete, wird in die neuerlichen Ermittlungen mit einbezogen, denn er hatte damals dem kleinen Giacomo versprochen, den Mörder seiner Mutter zu finden. Nun ist Giacomo ein stattlicher junger Mann geworden, der Moretti hilfreich zur Seite steht. Beide zusammen entdecken das grausige Geheimnis, welches hinter den zahlreichen Morden steckt...

Wer von einem neuen Dario-Argento-Film erwartet, einen „Suspiria“-ähnlichen Schocker vorgesetzt zu bekommen, an dem sind wohl die letzten Thriller des Italieners irgendwie vorbeigerauscht. Schon seit Jahren hat er sich seinen geliebten Mörder-Psychogrammen zugewandt – und das mit geteilter Freud bzw. Leid bei Freund und Feind. Mit „Sleepless“ kehrt Argento aus meiner Sicht allerdings das erste Mal wieder wirklich zu den Wurzeln seines filmischen Schaffens zurück, denn dieser Giallo-Stoff würde sich beispielsweise mühelos in seine Tier-Trilogie („Bird“, „Cat“ und „Flies“) einreihen lassen. Der peitschende Soundtrack der Gruppe Goblin, die teilweise krass naturalistischen Morde (F/X by Spezi Sergio Stivaletti) und das an alte Zeiten erinnernde vertrackte Krimi-Rätsel mit seinen vielen Wendungen lassen „Sleepless“ wieder eindeutig auf Argentos Habenseite erscheinen. Auch ist es ihm nach „The Stendahl Syndrom“ wiederum gelungen, endgültig den amerikanischen Touch einiger seiner früheren Filme (z.B. „Aura“) abzulegen und zum europäischen Erzählstil zurück zu finden (siehe die enervierend lange Kamerafahrt beim Tod der Ballerina). Wer nach „Sleepless“ weiter mit Argento hadert, ist selber schuld und hat sich filmgedanklich nicht über billiges Slasher-Movie-Niveau hinaus entwickelt. Auf DVD 16:9 und leider um gute 30 Sekunden cut. Die italienische DVD (mit englischem Soundtrack) ist letterboxed (1,78:1). Mit Max von Sydow, Stefano Dionisi, Chiara Caselli, Gabriele Lavia u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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