Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Der Autounfall, bei dem seine Begleiterin Ryoko getötet wird, wirft den Medizinstudenten Hiroshi mächtig aus der Bahn: erst liegt er wochenlang im Koma, danach leidet er unter einer Amnesie. Als er langsam wieder seinen Studien nachgeht, halluziniert er sich Ryoko an seine Seite. Die Sache wird aber mächtig kompliziert, als Ryokos Leiche plötzlich zum Sezieren vor ihm liegt…

Diesem japanischen Film einen richtigen roten Faden zu entnehmen, entpuppt sich als sehr schwierig, denn Shinya Tsukamoto will keine ganzheitliche Geschichte erzählen, sondern liefert mit „Vital“ eine verstörende Collage über Leben & Tod, über die Seele und die Ganzheit des Körpers ab. Mit viel gutem Willen kann man dann darin so etwas wie einen ins Philosophische fortgeführten Body-Horror à la Cronenberg erkennen. Allerdings sind die Filme des Kanadiers im Vergleich hierzu weitaus leichtere Kost, denn „Vital“ ist ein so verschachtelter und komplexer Blick über den Tellerrand des Genres hinaus, daß er nur schwer konsumierbar ist. Hinzukommt, daß der Film ein höchst langsames Tempo aufbringt und man sehr viel Geduld aufbringen muß, um „Vital“ als anspruchsvolles Genrekino zu identifizieren. Fazit: irgendwo zwischen faszinierend und zwiespältig. Auf DVD 16:9. Mit Tadanobu Asano, Nami Tsukamato, Kiki, Kazuyoshi Kushida u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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