Am 21. Oktober 1994 brechen die drei Filmstudenten Heather, Michael und Josh in den Blackhill Forest in Maryland auf, um dort einen Dokumentarfilm über die legendäre Hexe von Blair zu drehen. Man hört nie wieder etwas von ihnen, denn sie sind und bleiben verschwunden. Ein Jahr später wird ihr Filmmaterial in den Grundmauern eines alten Farmhauses in der Nähe von Burkittsville gefunden, welches die letzten Tage der Filmemacher zeigt. Die Hi-8-Behind-the-scenes-Aufnahmen (die letztendlich auch der Zuschauer zu sehen bekommt) zeigen die wachsende Bedrohung, denen die drei jungen Studenten ausgesetzt sind. Doch zeigen Sie auch die Hexe von Blair?
Mit dem Trick der wiedergefundenen Filmaufnahmen, der übrigens nicht neu und bei "Nackt und zerfleischt" weitaus lethaler benutzt worden ist, wird dem Zuschauer eine Quasi-Dokumentation vorgeführt, die - durch eine geschickte Werbekampagne (incl. Web-Seite mit Legendenbildung) unterstützt - vorzugaukeln versucht, hier wahre Vorkommnisse zu betrachten. Daraus und dem darin dargestellten schleichenden Wahnsinn soll sich ein "Horrorfilm der psychologischen Spitzenklasse" (Zitat Hamburger Morgenpost) entwickeln, der "der wirkungsvollste Terrorfilm seit den 70ern" (TV Spielfilm) ist. Nun ja, ich halte "The Blair Witch Project" schlichtweg für eine geschickte Mogelpackung, die keinesfalls so innovativ ist, wie sie in der landläufigen Presse befeiert wird sondern nur eine gewisse Geschäftstüchtigkeit der beiden Macher Daniel Myrick und Eduardo Sanchez beweist. Die allseits gepriesene realistische Darstellung der Angst gipfelt in einer wahren Schrei-und-Heul-Orgie, die mir persönlich mächtig auf die Nerven gegangen ist. Für eine weitaus intelligentere Ausbeutung des Themas empfehle ich "The Last Broadcast", der unter ähnlichen Umständen entstanden ist – nur eben schon ein Jahr früher! Nichtsdestotrotz mutierte „The Blair Witch Project“ zum Indie-Blockbuster, der Millionen einheimste und sogar noch – trotz der inhaltlichen Unmöglichkeit - eine Fortsetzung („Blair Witch 2“) hervorbrachte. Mit Heather Donahue, Michael Williams, Joshua Leonard u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin