Franks Bewertung

starstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

1917 war „Baby“ Jane Hudson ein gefeierter Kinderstar und schon ein richtiges Biest. 40 Jahre später deriliert sie nur noch im Alkoholrausch und terrorisiert ihre gelähmte Schwester, die auch ehemals ein leuchtender Stern am Showhimmel war. Bedingt dadurch, daß Jane den Unfall ihrer Schwester, der zur ihrer Behinderung geführt hat, verursachte, befinden sich beide in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Eines Tages beschließt Jane, klare Verhältnisse zu schaffen. Als erstes muß das Hausmädchen dran glauben…

Wenn man bedenkt, mit welch geschickt eingefädelten Nebenhandlungen ein Regisseur wie Robert Aldrich seine Geschichten auszuschmücken weiß, dann kann man sich vorstellen, wie er die zwei Stunden Laufzeit für „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ ausfüllt. Der Film ist ein Meisterwerk des modernen Psychothrillers und wird durch die unterkühlte Schwarzweiß-Fotografie in die Nähe der Stummfilmklassiker gerückt. Neben den hervorragend besetzten Rollen ist hauptsächlich der Blick hinter die Kulissen einer zerrütteten Welt, in der sich psychologisch angeknackste Personen traumwandlerisch bewegen, interessant. Abgesehen von einigen Geschmacklosigkeiten am Rande (gegrillte Ratten etc.) hebt sich der Film wohltuend von der üblichen Mord- und Totschlag-Mentalität ab. Das makabre Ende unterstreicht den pessimistischen Grundton in Aldrichs Oeuvre. Im TV letterboxed (1,77:1). Mit Bette Davis, Joan Crawford, Victor Buono, Anna Lee u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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