Claire Marrable beerbt ihren verstorbenen Ehemann, doch hatte sie mehr als nur die lausige Briefmarkensammlung als Erbschaft erwartet. Um ihren Lebensstandard halten zu können, stellt sie Frauen mit kleinerem Vermögen als Gesellschafterinnen ein, um diese dann wenig später zu ermorden. Als die Mörderin letztendlich überführt wird und dabei erfährt, daß die o. g. Briefmarken sehr wertvoll sind, schnappt sie völlig über.
Produziert von Robert Aldrich, soll wohl dieser Psychothriller in die Fußstapfen seines eigenen „Wiegenlied für eine Leiche“ treten. Doch unter der zu zaghaften Regie Lee H. Katzins verkommt der nicht uninteressante Stoff nur zu einer lockeren Fingerübung in Sachen barocken Horrors. Gruselig wird es dann besonders, wenn Alice, die schon etwas ahnende letzte Gesellschafterin, beginnt, ein Katz-und-Maus-Spiel mit Mrs. Marrable zu treiben. Dennoch fehlt es dem Film an großen Momenten und zündenden Einfällen. Lediglich die beiden Grande Dames Hollywoods liefern einen nachhaltigen Beweis ihres Könnens und tragen erheblich dazu bei, daß „Eine Witwe mordet leise“ doch ein wenig die Luft des klassischen Grand-Guignol-Theaters atmet. Mit Geraldine Page, Ruth Gordon, Rosemary Forsyth, Robert Fuller u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin