Um sich von ihrer Mutter abzunabeln, fährt die jugendliche Tagträumerin Brenda nach London. Dort macht sie die Bekanntschaft des netten und adretten Peter, der sich im Laufe der Handlung als psychopathischer Killer entpuppt. Brenda ahnt noch nichts von ihrem weiteren Schicksal, doch das Messer liegt schon bereit…
„Ehe der Morgen graut“ ist in erster Linie ein Zeugnis des Swinging London der angehenden 70er Jahre. Der vielgerühmte Zeitgeist wird heraufbeschworen und auf Zelluloid gebannt. So wirkt Peter Collinsons Psychothriller, dessen unorthodoxer Erzählstil erhöhte Aufmerksamkeit verlangt, heute eher beschaulich als beängstigend. Identifizieren kann man sich mit keiner der Figuren mehr, sind sie doch jetzt zu weit abgerückt von realen Bezugspunkten. Einziger Ansatz für eine ernsthafte Betrachtung ist die gut herausgearbeitete innere Vereinsamung der beiden Hauptrollen und ihre Reflexion auf ihre Umwelt. Das bizarre Ende rettet viel von dem Film, der sonst eher luschenhaft ist. Mit Rita Tushingham, Shane Briant, Tom Bell, Annie Ross u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin