Ein gewisser Opale treibt seit geraumer Zeit sein Unwesen in einem Villenvorort von Paris. Nach jeder Tat gelingt es ihm, sich auf das Gelände des Psychiaters Dr. Cordelier zurückzuziehen. Selbst die Polizei kann der unheimlichen Person nicht habhaft werden. Die Sache wird immer merkwürdiger, als Cordelier den Unhold in seinem Testament als Alleinerben einsetzt. Der Notar Joly findet heraus, daß Cordelier und Opale ein und dieselbe Person sind…
Während „Augen ohne Gesicht“, der andere große französische Nachkriegsklassiker im Horrorgenre, auch heute noch fasziniert, kränkelt diese von der etablierten Kritik hochgejubelte Version des Jekyll-und-Hyde-Stoffes an der manierierten Regie Jean Renoirs, der sein Augenmerk offensichtlich mehr auf eine kunstvolle Verfilmung lenkte als auf das Drehbuch. Nur in ganz wenigen Szenen kommt seine vielgerühmte Schauspielerführung zum Tragen. Was fehlt, ist eine gepflegte Gruselstimmung, denn „Das Testament des Dr. Cordelier“ wirkt so steril wie ein OP-Handschuh. Fazit: Antiquiert und ohne Zugkraft. Mit Jean-Louis Barrault, Teddy Billis, Jean Topart, Micheline Gary u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin