Irgendwann in naher Zukunft. Eine radikale Partei hat das Ruder der Macht übernommen. Frühere hohe Funktionäre aus Politik und Wirtschaft werden in Umerziehungslager gesteckt. Dies ist die Geschichte des Gefangenen „984“ der als letzter in einem solchen Lager steckt, und trotz Folter und Roboter-Wachhunden an der alten Ideologie festhält. Der sadistische Lagerleiter läßt jedoch auch nicht locker…
Bemerkenswerter Debutfilm des Kanadiers Tibor Takacs, der später durch seine Mainstream-Erfolge „Gate“ und „Hardcover“ bekannt wird, In eindringlichen Bildern wird dem Zuschauer ein Science-Fiction-Kammerspiel eröffnet, das in seiner offenkundigen Botschaft und dem bitterbösen, konsequenten Ende mehr als nur vordergründige Thriller-Unterhaltung bietet. Formal ähnelt der Film, der als Pilot-Streifen für eine nie konkretisierte TV-Serie konzipiert war, einer Theaterinszenierung, denn das Ganze spielt nur in den wenigen sichtbaren Räumen des Umerziehungslagers, das einem Bunker gleicht. In Gegensatz zu den Special-Effects-überladenen Vetretern dieses Genres verzichtet Tibor Takacs fast gänzlich auf Tricks, Masken und blutrünstige Effekte. Viel eher wird hier ganz subversiv gearbeitet. So schleicht sich das Grauen in Form des pessimistisch dargestellten Gesellschaftskampfes in das Gehirn des geneigten Zuschauers. Der übergeschnappte Lagerleiter, der –obwohl er selbst am Ende ist– 984 immer noch mental und physisch quält, ist eine perfide Mischung aus George Orwells „Big Brother“ und der „Ilsa“-Figur. Der niederziehende, inhaltlich überraschende Schluß unterstreicht die nihilistische Atmosphäre, die trotz der humanen Gesamtaussage des Films vorherrscht. Mit Don Francis, Stephen Markle, Gail Dahms u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin