Die beiden Hongkonger Cops Taki und Ken jagen sogenannte „Raptors“, außerirdische Mutanten, die seit -zig Jahren unter uns weilen und menschliche Lebensform annehmen können. Sie stoßen bei ihrer Arbeit auf das Finanzimperium des Japaners Daishu, der sich als Anführer der Mutanten entpuppt. Im Gegensatz zu ihm, der friedlich neben den Menschen leben möchte, will Sohn Shudo die Bevölkerung mit der Droge „Happiness“ überfluten. Das Ganze verkompliziert sich, als Ken offenbart wird, daß er selbst ein halber Raptor ist…
Hinter „Mutant City“ steht als Produzent der Hongkonger Filmemacher Tsui Hark– und das merkt man dem Produkt auch an. „Mutant City“ ist eine wüste, höllisch schnell montierte Mischung aus Fantasy- und Science-Fiction-Versatzstücken (es gibt u.a. Verweise auf „Blade Runner“, „The Hidden“ und „Space Cop L. A. 1991“), die sich in einem ohren- und augenbetäubenden Spektakel entlädt, dessen Künstlichkeit durch den übersteigerten Einsatz von kalten Blautönen bestimmt wird. Grundlage für die Handlung bildet der gleichnamige Manga-Comic, den man vorher schon mindestens einmal durchblättert haben sollte, um der illustren, mancherorts wirren Handlung zu folgen. Doch ist die erzählte Geschichte eh nebensächlich. Was zählt, das sind die blendenden Effekte (teilweise computeranimiert), die bizarren Einfälle und das hohe Maß an perfekt getimter Unterhaltung. Die im modernen Hongkong-Kino übliche Tränendrüsen-Melodramatik kommt hier natürlich auch zum Einsatz, bewirkt aber nicht so viel Mitgefühl beim Zuschauer wie bei der „A Chinese Ghost Story“-Saga, weil die Protagonisten zu gering charakterisiert sind. So ist „Mutant City“ mehr Kino zum Sehen als zum Fühlen. Auf Video letterboxed (1,71:1). Mit Leon Lai Ming, Jacky Cheung, Michelle Reis (= Li Kar Yen), Tatsuya Nakadai u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin