Der Agent Marc kommt nach langer Zeit von einer Geheimmission zurück in seine Heimatstadt Berlin. Seine Frau Anna ist jedoch zu keiner Liebesregung mehr fähig. Marc glaubt, daß Anna fremdgeht. Doch was Marc letztendlich herausfindet, ist schlimmer als Ehebruch: Anna hat ein schleimiges Monster geboren, das nun langsam heranwächst und menschliche Blutopfer sucht…
In der Kurzbeschreibung kann man nur die Oberfläche dieses vielschichtigen, verwirrenden Plots wiedergeben. Dem renommierten Regisseur Andrzej Zulawski geht es in „Possession“ weniger um das Erzählen einer vordergründigen Horrorgeschichte, sondern vielmehr um die Kraft des Glaubens, um die Besessenheit von Liebenden und um die These, daß der Tod fast immer eine Erneuerung darstellt. Dank der grandiosen Darstellungskünste der beiden Hauptdarsteller Adjani und Neill versinkt „Possession“ nie in billige Sensationsmache, auch wenn dem Zuschauer manch drastische Szene nicht erspart bleibt (z.B. Selbstverstümmelungen, Sex mit dem Monster). Leider sind dabei die von Carlo Rambaldi entworfenen Monsterkreationen nur in sehr dunklen Sequenzen zum Einsatz gekommen. Über dem gesamten Film liegt außerdem eine merkwürdige Aura des Unnatürlichen, was durch die morbide, sehr unterkühlte Farbfotografie noch verstärkt wird. Für ein „normales“ Publikum dürfte „Possession“ trotz der filmisch sehr opulenten Umsetzung kaum geeignet sein, weil fast sämtliche Ansätze zur Identifikation mit den Figuren fehlt. In den USA ist der Film nicht verstanden und in einer 81-minütigen Rumpfversion verheizt worden. Mit Isabelle Adjani, Sam Neill, Heinz Bennet, Margit Carstensen u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin